Motorrad-Ohrstöpsel reinigen und pflegen: Schritt für Schritt

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Das Wichtigste in Kürze

Mit lauwarmem Wasser und milder Seife abwaschen, gründlich abspülen, auf einem sauberen Tuch an der Luft trocknen lassen und erst dann ins Etui legen. Alkohol und Lösungsmittel brauchst du nicht.
Nach einer langen Tour mit viel Schweiß oder Staub am besten am selben Abend, sonst regelmäßig nach Herstellerangabe. Die DGUV weist darauf hin, dass sich das Material durch sehr häufiges Reinigen verändern kann.
Bei Rissen, Verformung, klebriger Oberfläche oder wenn der Sitz nachlässt. Der Moto+ ist bis zu 100× wiederverwendbar, das ist ein Höchstwert, kein Ablaufdatum.
Stöpsel herausnehmen und die Beschwerden bei einer HNO-Ärztin oder einem HNO-Arzt abklären lassen.

Wer regelmäßig Motorrad fährt, kennt es: Nach ein paar Touren sind die Ohrstöpsel verschwitzt und staubig, und im Tankrucksack landen sie oft lose zwischen Handschuhen und Regenkombi. Das Reinigen ist zum Glück einfach. In diesem Ratgeber zeigen wir, wie du Motorrad-Ohrstöpsel reinigen kannst, warum Schweiß, Straßenstaub und Insekten dabei eine Rolle spielen, wie du sie unterwegs verstaust und woran du erkennst, dass ein Wechsel fällig ist.

Einen Überblick zum Thema findest du auf unserer Seite Ohrstöpsel für Motorradfahrer. Zur Passform unter dem Helm hilft der Beitrag Ohrstöpsel unter dem Motorradhelm richtig tragen.

Warum brauchen Ohrstöpsel auf dem Motorrad mehr Pflege?

Auf dem Bike kommt vieles zusammen: Unter dem geschlossenen Helm wird es warm und du schwitzt, Straßenstaub und Abrieb wirbeln auf, bei offenem Visier oder Jethelm bleibt auch mal ein Insekt hängen. Dazu kommen Hautfett und Ohrenschmalz. All das lagert sich am Stöpselkörper an. Die DGUV beschreibt in ihrer Präventionsleitlinie, dass sich bei der Benutzung Verunreinigungen wie Staub am Stöpselkörper anlagern können, und dass wiederverwendbare Stöpsel deshalb regelmäßig nach den Herstellerangaben gereinigt werden sollen.

Saubere Ohrstöpsel sind hygienischer und fühlen sich angenehmer an. Außerdem sitzen sie besser, weil die Lamellen nicht von Schmutz oder Hautfett rutschig werden. Zur Einordnung: Gesundheitsinformation.de nennt unter anderem das häufige Tragen von In-Ear-Kopfhörern oder Hörgeräten als Faktor, der Gehörgangsentzündungen begünstigen kann, und rät Menschen mit empfindlichen Gehörgängen, nicht zu oft Ohrstöpsel zu verwenden. Das ist kein Grund, auf Gehörschutz zu verzichten, aber ein guter Grund, die Stöpsel sauber zu halten.

Wie reinigst du Motorrad-Ohrstöpsel Schritt für Schritt?

Silikon-Ohrstöpsel mit Lamellen lassen sich in wenigen Minuten waschen. So gehst du vor:

  1. Hände waschen und Stöpsel herausnehmen. Nimm sie nach der Fahrt heraus, sobald du den Helm abgesetzt hast.
  2. Lauwarmes Wasser mit einem Tropfen milder Seife bereitstellen. Heiß ist nicht nötig.
  3. Mit den Fingern sanft abreiben, besonders an den Lamellen, wo sich Schweiß, Straßenstaub und Hautfett sammeln. Keine harte Bürste und keine spitzen Gegenstände.
  4. Gründlich unter fließendem Wasser abspülen, bis keine Seifenreste mehr zu spüren sind.
  5. Mit einem sauberen, fusselfreien Tuch abtupfen und an der Luft vollständig trocknen lassen. Nicht auf die Heizung oder in die Sonne legen.
  6. Erst wenn alles trocken ist, ins Alu-Etui legen und verschließen.

Für Silikon reichen Wasser und milde Seife. Zu Alkohol, Desinfektionsmitteln oder Lösungsmitteln sprechen wir keine Empfehlung aus, denn wir können dafür keine Herstellerfreigabe nennen. Wichtiger als Desinfektion ist, dass die Stöpsel nach dem Waschen wirklich trocken sind. Die DGUV merkt außerdem an, dass sich das Material durch sehr häufiges Reinigen verändern und die Dämmung dadurch nachlassen kann. Wasche also regelmäßig, aber nicht nach jedem Zehn-Minuten-Ausritt.

Was ist nach einer langen Tour besonders wichtig?

Nach einer heißen Etappe oder einer Fahrt auf staubigen Straßen lohnt sich die Wäsche am selben Abend. Schweiß trocknet sonst an der Oberfläche an, und Staub am Stöpsel willst du beim nächsten Einsetzen nicht im Gehörgang haben. Insekten und grober Schmutz gehören ohnehin nicht an den Stöpsel: Wische ihn vor dem Waschen sauber ab, statt ihn in den Gehörgang zu drücken.

Fasse die Stöpsel unterwegs nur mit sauberen, trockenen Händen an. Nach dem Tanken oder einer Pause mit Handschuhen und Helm sind die Finger schnell schmutzig, dann lieber kurz Hände waschen oder Feuchttuch nehmen, bevor du einen Stöpsel nachsetzt.

Wie lagerst du Ohrstöpsel im Tankrucksack oder in der Jacke?

Im Alu-Etui. Lose in der Jackentasche oder im Tankrucksack sammeln Stöpsel Staub, Flusen und Krümel, außerdem können sie gequetscht werden. Die DGUV empfiehlt für Gehörschutzstöpsel eine saubere Aufbewahrung, zum Beispiel in Beuteln oder Dosen, und die Beachtung der Herstellerangaben zur Lagerung. Lege das Etui in ein Fach, das nicht in der prallen Sonne liegt, und verschließe es erst, wenn die Stöpsel trocken sind.

Der Bollsen Moto+ kommt genau mit so einem Alu-Etui: 24 dB SNR nach EN 352-2 (H 24 / M 21 / L 19, geprüft von der PZT GmbH), passiv, die Dämpfung steigt mit der Frequenz. Wind- und Motorgeräusche werden leiser, wichtige Geräusche bleiben hörbar, nur leiser. Der flache Sitz im Gehörgang passt unter jeden Helm, der Stöpselkörper aus 2-Lamellen-Medizinsilikon ist bis zu 100× wiederverwendbar. Mehr dazu auf der Seite zum Moto+ Motorrad-Gehörschutz für 26,95 €.

Wann musst du Motorrad-Ohrstöpsel ersetzen?

Wechsle sie, wenn du Risse oder Einrisse siehst, wenn sich die Form verändert hat, die Oberfläche klebrig wird oder der Sitz nachlässt, also wenn der Stöpsel unter dem Helm nicht mehr tief und sicher sitzt. Die DGUV nennt es ausdrücklich: Ein Austausch ist erforderlich, wenn der Gehörschützer seine Form verändert hat und die Funktionsfähigkeit nicht mehr gewährleistet ist. Im Zweifel hilft der Vergleich mit einem unbenutzten Stöpsel gleichen Typs. Die Angabe „bis zu 100× wiederverwendbar“ ist ein Höchstwert; wie lange ein Paar bei dir hält, hängt von Pflege und Nutzung ab.

Wie du Schaumstoff und Silikon vergleichst, steht im Beitrag Schaumstoff oder Filter-Ohrstöpsel fürs Motorrad. Einen allgemeinen Pflegeleitfaden mit Einsetz-Tipps findest du auch bei Ohrstöpsel reinigen und pflegen. Eine Übersicht über die Auswahl bietet der Ratgeber Gehörschutz Motorrad. Wer mit Headset fährt, findet mehr unter Gehörschutz mit Intercom, und für die Piste gibt es Gehörschutz auf der Rennstrecke.

Ist Gehörschutz beim Motorradfahren erlaubt?

§ 23 Abs. 1 StVO verlangt, dass das Gehör des Fahrzeugführers nicht durch Geräte beeinträchtigt wird. Allgemein wird das so gelesen, dass geeigneter Gehörschutz nicht grundsätzlich ausgeschlossen ist, solange du Warnsignale weiter wahrnehmen kannst. Das ist keine Rechtsberatung. Teste den Sitz und die Lautstärke deiner Umgebung vor der Fahrt: Sirenen und Hupen bleiben hörbar, weil sie laut sind, nur eben leiser.

Wann gehst du mit Beschwerden zur HNO-Ärztin oder zum HNO-Arzt?

Wenn du Schmerzen, Ausfluss, Juckreiz oder Rötung im Gehörgang bemerkst, nimm die Stöpsel heraus. Lass die Beschwerden ärztlich abklären, besonders wenn sie anhalten. Die DGUV-Präventionsleitlinie zu Gehörschutzstöpseln verweist bei Hautreizungen im Gehörgang ebenfalls auf ärztlichen Rat. Reinige das Ohr selbst nicht mit Wattestäbchen: Gesundheitsinformation.de rät davon ab, weil Verletzungsgefahr besteht.

Häufige Fragen zum Reinigen von Motorrad-Ohrstöpseln

Häufige Fragen

Für Silikon reichen Wasser und milde Seife. Zu Alkohol oder Lösungsmitteln machen wir keine Empfehlung, weil wir dafür keine Herstellerfreigabe nennen können. Halte dich an die Pflegehinweise zu deinem Modell.
Besser nicht. Schweiß und Wärme bleiben dort lange stehen. Nimm sie nach der Fahrt heraus, lass sie trocknen und lege sie ins Etui.
Saubere Stöpsel sind hygienischer, und die DGUV rät dazu, wiederverwendbare Stöpsel regelmäßig zu reinigen. Gesundheitsinformation.de nennt häufiges Tragen von In-Ear-Produkten als Faktor bei Gehörgangsentzündungen. Wer empfindliche Gehörgänge hat, trägt Stöpsel besser nicht zu oft.
Das hängt von Pflege und Nutzung ab. Bis zu 100× wiederverwendbar ist der Höchstwert. Wechsle früher, sobald du Risse, Verformung oder einen nachlassenden Sitz bemerkst.
Ja, setze die Stöpsel zuerst ein und teste den Sitz vor der Fahrt. Beim Reinigen gilt: Schweiß und Hautfett setzen sich unter der Sturmhaube gern am Stöpsel ab, deshalb lohnt sich die regelmäßige Wäsche.
Bei Schmerzen, Ausfluss, Juckreiz oder Rötung im Gehörgang. Auch bei Hörproblemen oder Ohrgeräuschen gehört das in ärztliche Hände.