Das Wichtigste in Kürze

Ab 80 dB(A) muss Ihr Arbeitgeber Gehörschutz bereitstellen. Ab 85 dB(A) muss er dafür sorgen, dass Sie ihn tragen. Unter dem Gehörschutz dürfen höchstens 85 dB(A) ankommen (§ 6 und § 8 LärmVibrationsArbSchV).
Zuerst kommen Lärmquelle, Technik und Organisation (STOP-Rangfolge, § 7). Gehörschutz ergänzt diese Maßnahmen, er ersetzt sie nicht.
Die DGUV Regel 112-194 empfiehlt am Ohr 70 bis 80 dB(A). Zu viel Dämmung (Überprotektion) erschwert Verständigung und Warnsignale.
Passiver Ohrstöpsel, SNR 24 dB (H 24 / M 21 / L 19, EN 352-2, geprüft von der PZT GmbH), hypoallergenes Silikon, flach bauend, 29,95 €.
Büros liegen in der Regel unter 80 dB(A). Dort besteht keine gesetzliche Gehörschutzpflicht, Raumakustik hat Vorrang.

Gehörschutz für die Arbeit: Ohrstöpsel für Baustelle, Werkstatt, Büro und Kita

Wie viel Gehörschutz Sie bei der Arbeit brauchen, hängt von Lärmpegel, Gewerk und Gesetz ab. Ab 80 dB(A) muss Ihr Arbeitgeber Gehörschutz bereitstellen, ab 85 dB(A) besteht Tragepflicht. So regelt es die LärmVibrationsArbSchV. Diese Seite führt Sie durch Pflichten, Gehörschutz-Typen und Auswahl. Einzelfragen beantworten die verlinkten Ratgeber. Dies ist keine Rechtsberatung.

Ab wann ist Gehörschutz bei der Arbeit Pflicht?

Die Verordnung unterscheidet zwei Auslösewerte und einen Höchstwert. Dabei zählt der Pegel am Arbeitsplatz, die dämmende Wirkung des Gehörschutzes wird nicht angerechnet.

WertTages-LärmexpositionspegelSpitzenschalldruckpegelFolge für den Arbeitgeber
Unterer Auslösewert80 dB(A)135 dB(C)Gehörschutz bereitstellen
Oberer Auslösewert85 dB(A)137 dB(C)Tragen sicherstellen, Lärmbereich kennzeichnen
Maximal zulässig unter dem Gehörschutz85 dB(A)137 dB(C)Gehörschutz so auswählen, dass dieser Wert nicht überschritten wird

Mehr dazu lesen Sie in LärmVibrationsArbSchV einfach erklärt. Die Frage, ab wann Gehörschutz Pflicht ist, klärt ein eigener Ratgeber. Wer zusätzlich internationale Regeln kennenlernen möchte, findet eine Einordnung zu den OSHA-Standards.

Wichtig: Gehörschutz ist die letzte Stufe der Rangfolge. Erst kommen Lärmminderung an der Quelle, technische und organisatorische Maßnahmen (§ 7). Kein Ohrstöpsel macht daraus eine vollständig erfüllte Pflicht.

Wie laut ist Ihr Arbeitsplatz?

Auf Baustellen, in Werkstätten und in der Produktion werden die Auslösewerte am häufigsten erreicht: Sägen, Schleifen, Pressen, Maschinenhallen, Stapler. Eine Übersicht typischer Pegel bietet die Dezibel-Tabelle für Werkzeuge und Maschinen. Verbindlich ist aber die Gefährdungsbeurteilung Ihres Betriebs, die Messung und Bewertung festlegt. Fragen Sie dazu Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Dauerhaft hoher Lärm ist ein anerkannter Risikofaktor für Lärmschwerhörigkeit. In Deutschland ist sie als Berufskrankheit Nr. 2301 gelistet. Informationen zur Begutachtung bietet das IFA der DGUV. Gehörschutz begrenzt die Lärmdosis, die Ihr Gehör erreicht. Bei Beschwerden wie Ohrgeräuschen oder Hörminderung wenden Sie sich an Ihre HNO-Ärztin, Ihren HNO-Arzt oder an die Betriebsärztin. Wie sich Gehörschutz zum Thema Ohrgeräusche verhält, erklärt die Seite Ohrstöpsel und Tinnitus.

Welche Arten von Gehörschutz gibt es?

Jeder Typ hat Stärken und Grenzen. Entscheidend sind Lärmpegel, Tragedauer, Kombination mit Helm oder Brille und vor allem der richtige Sitz. Der in der Praxis erreichte Schutz liegt meist unter dem Laborwert, deshalb wird bei der Auswahl ein Praxisabschlag berücksichtigt.

TypTypischer EinsatzPraxis-Hinweis
Schaumstoff-OhrstöpselEinweg, wechselnde EinsätzeDämmung hängt stark vom richtigen Einrollen und Einsetzen ab
Vorgeformte Silikon-OhrstöpselGanze Schicht, mehrfach nutzbarWaschbar, Größe und Sitz prüfen
Bügel-GehörschutzHäufiges Ein- und AussetzenSchnell bei der Hand, Bügel muss passen
KapselgehörschutzSehr laute Bereiche, HelmkombinationSiehe Kapselgehörschutz oder Ohrstöpsel bei der Arbeit
OtoplastikIndividuell angefertigt, tägliche DauernutzungMehr dazu: Otoplastik für die Arbeit
Elektronischer GehörschutzWenn Kommunikation und Signale zentral sindSiehe Elektronischer Gehörschutz oder passive Ohrstöpsel

Eine Entscheidungshilfe finden Sie im Ratgeber Welcher Gehörschutz ist der beste für die Arbeit?. Material im Vergleich: Schaumstoff, Silikon oder Bügelgehörschutz. Und damit der Schutz wirkt: Ohrstöpsel richtig einsetzen.

Wie viel Dämmung ist genug?

Mehr ist nicht automatisch besser. Die DGUV Regel 112-194 empfiehlt, dass am Ohr ein Pegel von 70 bis 80 dB(A) ankommt. Wird deutlich stärker gedämmt, spricht die Regel von Überprotektion: Verständigung, Arbeitsgeräusche und Warnsignale gehen unnötig verloren. Wo Warnsignale oder Kommunikation wichtig sind, ist Überprotektion laut Regel unzulässig.

Ein Überschlag mit dem SNR-Verfahren: SNR 24 dB minus 5 dB Praxisabschlag (Annahme für dieses Rechenbeispiel) ergibt rund 19 dB wirksame Dämmung. Bei einem Umgebungspegel von 90 dB(A) kommen dann etwa 71 dB(A) am Ohr an. Das ist ein vereinfachtes Beispiel. Die Auswahl für Ihren Arbeitsplatz gehört in die Gefährdungsbeurteilung und braucht den Pegel, die Tragedauer und, bei Spitzenpegeln, eine gesonderte Betrachtung.

Wie passt WorkPRO in die Auswahl?

WorkPRO (SNR 24 dB, 29,95 €) ist ein passiver Ohrstöpsel aus hypoallergenem Silikon, gelb und flach bauend, sodass er auch unter Kapselgehörschutz oder Helm passt. Er ist nach EN 352-2 durch die PZT GmbH geprüft: SNR 24 dB (H 24 / M 21 / L 19). Das Design ist patentiert, die Ohrstöpsel sind waschbar und über Monate von Schichten wiederverwendbar. Ein Paar kostet 29,95 €, es gibt eine 40-Tage-Geld-zurück-Garantie und kostenlosen Standardversand ab 35 €.

Alles wird um rund 24 dB leiser. Ein lautes Warnsignal bleibt hörbar, weil es laut ist, nicht weil ein Filter es durchlässt. Genau deshalb empfiehlt die DGUV ein Zielband von 70 bis 80 dB(A) am Ohr statt maximaler Dämmung. Wer die Größe genauer bestimmen möchte, nutzt WorkPRO mit AR KI TECH Ohrmessung (44,95 €): Die Ohrgröße wird per App vermessen, die Ohrstöpsel gibt es in einer Größe. WorkPRO ist eine Maßnahme in der Rangfolge und ersetzt weder Gefährdungsbeurteilung noch technische Lärmminderung.

Welche Herausforderung haben Sie bei der Arbeit?

Auswahl: Sie wissen nicht, welcher Typ passt? Lesen Sie, welcher Gehörschutz für die Arbeit geeignet ist, und wie viel Gehörschutz brauche ich.

Recht: Pflichten von Arbeitgebern und Beschäftigten erklärt LärmVibrationsArbSchV einfach erklärt.

Gewerke: Für Bau und Handwerk lesen Sie Gehörschutz auf der Baustelle.

Sicherheit und Hygiene: Für den ganzen Arbeitstag lesen Sie Ohrstöpsel die ganze Schicht tragen sowie Warnsignale mit Gehörschutz.

Schichtarbeit: Wer nach der Nachtschicht tagsüber schlafen muss, findet Hilfe bei Ohrstöpsel für Schichtarbeiter. Wer beruflich Motorrad fährt, liest Motorrad-Ohrstöpsel.

Teams und Betriebe: Gehörschutz für Teams und Betriebe: Staffelpreise finden Sie auf unserer Seite für Geschäftskunden.

Büro, Schule und Kita: Gelten dort andere Regeln?

Ja. Büros liegen in der Regel deutlich unter 80 dB(A). Nach DGUV Regel 112-194 ist Gehörschutz dort nicht erforderlich, es gibt keine gesetzliche Grundlage dafür. Beschäftigte sind aber auch vor den nicht das Gehör betreffenden Lärmwirkungen zu schützen, etwa durch raumakustische Maßnahmen (Arbeitsstättenregel ASR A3.7). Ideen finden Sie unter Lärm im Büro reduzieren. Auch in Schule und Kita steht die Raumakustik an erster Stelle, mehr dazu in Gehörschutz für Erzieherinnen und Erzieher. Wo in solchen Bereichen Produkte genutzt werden, müssen Verständigung und Warnsignale gewährleistet bleiben.

Häufige Fragen zu Gehörschutz bei der Arbeit

Häufige Fragen

Ab einem Tages-Lärmexpositionspegel von 80 dB(A) muss der Arbeitgeber Gehörschutz bereitstellen. Ab 85 dB(A) muss er dafür sorgen, dass er getragen wird. Maßgeblich ist § 8 der LärmVibrationsArbSchV.
Nach § 8 Absatz 1 muss der Arbeitgeber geeigneten Gehörschutz zur Verfügung stellen. Unter 80 dB(A) gibt es keine gesetzliche Pflicht. Fragen Sie in diesem Fall Ihren Betrieb oder Ihren Betriebsrat. Das ist keine Rechtsberatung.
Das hängt vom Pegel am Arbeitsplatz ab. Rechnerisch bleiben nach Praxisabschlag rund 19 dB Dämmung. Ob das für Ihren Arbeitsplatz passt, klärt die Gefährdungsbeurteilung. Bei sehr hohen Pegeln kommt Kapselgehörschutz oder eine Kombination infrage.
Beides kann geeignet sein. Kapseln sind schnell auf- und abgesetzt, Ohrstöpsel bauen flach und passen unter Helm oder Brille, wie der Ratgeber Gehörschutz für Brillenträger und unter dem Helm zeigt. Der Vergleich steht im Ratgeber zu Kapselgehörschutz und Ohrstöpseln bei der Arbeit.
Alles wird leiser, auch Warnsignale. Ein lautes Signal bleibt hörbar, weil es laut ist, nicht weil ein Filter es durchlässt. Deshalb empfiehlt die DGUV 70 bis 80 dB(A) am Ohr und warnt vor Überprotektion.
Wichtig sind guter Sitz, saubere Ohrstöpsel und ein Material, das Sie vertragen. Bei Druck, Schmerz oder Beschwerden nehmen Sie sie heraus und sprechen mit Ihrer HNO-Ärztin oder Ihrem HNO-Arzt. Mehr im Ratgeber zur ganzen Schicht.

Quellen und weiterführende Informationen