Gehörschutz für Rasenmäher, Laubbläser und Gartenarbeit: Wie laut ist Ihr Gartengerät?

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Das Wichtigste in Kürze

Die SVLFG nennt als übliche Werte 94 dB(A) für den Aufsitzmäher, 103 dB(A) für die Heckenschere, 110 dB(A) für Laubbläser und Freischneider und 115 dB(A) für die Motorsäge. Bei einem Rasenmäher steht der Wert auf dem Gerät oder in der Betriebsanleitung.
Wer häufig in Bereichen ab 85 dB(A) arbeitet, riskiert laut SVLFG eine Lärmschwerhörigkeit. Im Beruf gilt die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung, im Privatgarten gibt es keine Tragepflicht, die Physik ist aber dieselbe.
Nach der 32. BImSchV ruhen Rasenmäher in Wohngebieten sonn- und feiertags ganztägig sowie werktags von 20 bis 7 Uhr. Für Laubbläser kommen weitere Sperrzeiten hinzu. Kommunale Regeln können strenger sein.
Dafür gibt es keine Pauschalantwort. Bei 115 dB(A) kommt es auf den Pegel am Ohr an; bei Forstarbeit mit Helm kommt häufig Kapselgehörschutz oder eine Kombination infrage.

Ein Benzin-Rasenmäher läuft selten länger als eine Stunde am Stück, ein Laubbläser meist noch kürzer. Trotzdem summiert sich der Lärm: über das Wochenende, über die Saison, bei Profis über ein ganzes Berufsleben. Dieser Ratgeber zeigt, wie laut typische Gartengeräte sind, wo die rechtliche Grenze zwischen Garten und Beruf verläuft und welcher Gehörschutz bei welcher Arbeit infrage kommt. Eine Übersicht für den Arbeitsalltag finden Sie auch bei Ohrstöpsel für die Arbeit.

Wie laut sind Rasenmäher, Laubbläser und Heckenscheren?

Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) nennt für die Arbeit mit Verbrennungsmotor eine kleine Auswahl üblicher Werte. Die SVLFG-Seite zum Gehörschutz weist zugleich darauf hin, dass strom- oder akkubetriebene Geräte wesentlich leiser sind. In der Tabelle stehen die genannten Werte; eine ausführlichere Übersicht bietet die Dezibel-Tabelle für Werkzeuge und Maschinen.

GerätÜbliche Lautstärke (SVLFG)EinordnungGehörschutz
RasenmäherWert auf dem Gerät oder in der BetriebsanleitungJe nach Modell; Angabe prüfenAb 85 dB(A) empfehlenswert
Aufsitzmäher94 dB(A)Über der 85-dB(A)-MarkeGehörschutz tragen
Heckenschere103 dB(A)Deutlich über 85 dB(A)Gehörschutz tragen
Laubbläser110 dB(A)Deutlich über 85 dB(A)Stöpsel oder Kapsel, bei langer Nutzung Kapsel
Freischneider110 dB(A)Deutlich über 85 dB(A)Stöpsel oder Kapsel
Motorsäge115 dB(A)Sehr hochKapselgehörschutz oder Kombination prüfen

Die Angaben beschreiben die Geräte, nicht den Pegel an Ihrem Ohr. Er hängt von Abstand, Umgebung und Einsatzdauer ab. Die Zuordnung in den Spalten „Einordnung“ und „Gehörschutz“ ist unsere Orientierung anhand der 85-dB(A)-Marke, keine Einzelfallprüfung.

Ab wann ist Gehörschutz bei der Gartenarbeit sinnvoll?

Die SVLFG schreibt, dass häufiges Arbeiten in Bereichen mit Schallpegeln ab 85 dB(A) das Risiko für Lärmschwerhörigkeit bis hin zur Lärmtaubheit erhöht; beide Erkrankungen seien unheilbar. Lang anhaltender Lärm ab etwa 65 dB(A) kann zudem Lärmstress verursachen. Gehörschutz begrenzt die Lärmdosis, die Ihr Gehör erreicht. Er ist kein Ersatz für leisere Geräte, kurze Einsatzzeiten und Pausen.

Im Privatgarten gibt es keine Vorschrift, die Gehörschutz verlangt. Die Physik ist trotzdem dieselbe wie im Beruf: Ein Laubbläser mit 110 dB(A) belastet das Ohr im Hobbygarten nicht anders als bei einem Gärtner. Wie viel Dämmung Sie brauchen, erklärt der Ratgeber Wie viel Gehörschutz brauche ich?.

Was gilt im Garten- und Landschaftsbau?

Beschäftigte im Garten- und Landschaftsbau fallen unter die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV). Die Auslösewerte beziehen sich auf den Tages-Lärmexpositionspegel über eine Achtstundenschicht und werden ohne Berücksichtigung des Gehörschutzes bewertet. Der Arbeitgeber muss ab dem unteren Auslösewert von 80 dB(A) bzw. 135 dB(C) geeigneten Gehörschutz zur Verfügung stellen. Ab dem oberen Auslösewert von 85 dB(A) bzw. 137 dB(C) muss dafür gesorgt werden, dass er bestimmungsgemäß getragen wird; der Arbeitsplatz ist dann als Lärmbereich zu kennzeichnen. Unter dem Gehörschutz dürfen höchstens 85 dB(A) bzw. 137 dB(C) am Ohr ankommen, so steht es in § 8 der Verordnung.

Gehörschutz ist dabei die letzte Stufe der Schutzmaßnahmen. Zuerst kommen leisere Geräte, Abstand und kürzere Einsatzzeiten. Eine Zusage wie „damit sind Sie gesetzeskonform“ kann kein Produkt geben. Ab 80 dB(A) besteht laut SVLFG zudem Anspruch auf arbeitsmedizinische Vorsorge, ab 85 dB(A) ist die Teilnahme verpflichtend. Wie Lärmschwerhörigkeit im Berufsleben eingeordnet wird, behandelt unser Beitrag Lärmschwerhörigkeit als Berufskrankheit.

Reicht ein Ohrstöpsel für die Motorsäge?

Dafür gibt es keine Pauschalantwort. Mit 115 dB(A) ist die Motorsäge das lauteste Gerät in der SVLFG-Auswahl, und ein einzelner Wert wie SNR 24 dB sagt nicht, ob der Pegel am Ohr unter 85 dB(A) bleibt. Bei Forstarbeit mit Helm kommt häufig Kapselgehörschutz infrage; die SVLFG weist darauf hin, dass sich Kapseln am Helm montieren lassen und Kapseln Dämmwerte (SNR) bis zu 35 dB erreichen können. Ob Kapsel allein oder eine Kombination mit Stöpseln nötig ist, klärt die Gefährdungsbeurteilung des Betriebs. Mehr dazu lesen Sie unter Doppelter Gehörschutz.

Die Wahl zwischen beiden Bauformen erklärt der Beitrag Kapselgehörschutz oder Ohrstöpsel bei der Arbeit.

Wann dürfen Rasenmäher und Laubbläser laufen?

Wer nach dem Lärmschutz fragt, meint oft die Ruhezeiten. Nach § 7 der 32. BImSchV dürfen bestimmte Geräte in Wohngebieten im Freien an Sonn- und Feiertagen ganztägig sowie werktags von 20 bis 7 Uhr nicht betrieben werden. Rasenmäher und Heckenscheren fallen unter diese Grundregel. Für Freischneider, Grastrimmer, Laubbläser und Laubsammler gilt zusätzlich ein Betriebsverbot werktags von 7 bis 9, von 13 bis 15 und von 17 bis 20 Uhr, es sei denn, das Gerät trägt das EU-Umweltzeichen.

Das Umweltbundesamt weist außerdem darauf hin, dass kommunale Verordnungen die Ruhezeiten ausweiten können, und empfiehlt, bei der Kommunalverwaltung nachzufragen. Eine Übersicht bietet die UBA-Seite zu Gartengeräten. Dies ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Welcher Gehörschutz passt zur Gartenarbeit?

Bei Arbeiten im Freien kommt es auf Sitz, Hygiene und Verträglichkeit an: Wer schwitzt, braucht Gehörschutz, der sich reinigen lässt und im Gehörgang bleibt. WorkPRO ist ein passiver Gehörschutz mit 24 dB SNR nach EN 352-2 (H 24 / M 21 / L 19, geprüft von der PZT GmbH). Er besteht aus hypoallergenem Silikon, ist gelb, baut flach und passt dadurch auch unter Kapselgehörschutz oder Helm. Das Design ist patentiert, der Preis liegt bei 26,95 €.

WorkPRO dämpft alles um rund 24 dB; ein lautes Signal wie ein Zuruf aus nächster Nähe oder ein Hupen bleibt hörbar, weil es laut ist, nicht weil ein Filter es durchlässt. Beim Arbeiten mit Maschinen im Hof oder an der Straße sollten Sie deshalb besonders auf Ihre Umgebung achten.

Wenn Ihre Gehörgänge ungewöhnlich eng oder weit sind, gibt es WorkPRO mit AR KI TECH Ohrmessung für 38,95 €: Dabei wird das Ohr per App vermessen, um die passende Größe zu finden. Wie Sie Stöpsel richtig einsetzen, zeigt die Anleitung Ohrstöpsel richtig einsetzen.

Bei Beschwerden wie anhaltenden Ohrgeräuschen, Druckgefühl oder nachlassendem Gehör sollten Sie eine HNO-Ärztin oder einen HNO-Arzt aufsuchen. Gehörschutz begrenzt die Lärmdosis, er behandelt keine Erkrankung.

Häufige Fragen zum Gehörschutz bei Gartenarbeit

Häufige Fragen

Nein, eine Pflicht gibt es im Privatgarten nicht. Ob er sinnvoll ist, hängt vom Pegel und der Dauer ab; ab etwa 85 dB(A) steigt laut SVLFG das Risiko für Lärmschwerhörigkeit.
Nach § 7 der 32. BImSchV nicht in Wohngebieten: Sonn- und Feiertage sind ganztägig tabu, werktags gilt Ruhe von 20 bis 7 Uhr. Kommunale Regeln können weiter gehen.
Die SVLFG nennt für Laubbläser üblicherweise 110 dB(A). Strom- oder akkubetriebene Geräte sind laut SVLFG wesentlich leiser.
Ja, im Garten- und Landschaftsbau gilt die LärmVibrationsArbSchV mit den Auslösewerten 80 und 85 dB(A) und dem Maximalwert von 85 dB(A) unter dem Gehörschutz.
WorkPRO baut flach und passt unter Kapselgehörschutz und Helm. Ob die Dämmung für Ihr Gerät reicht, hängt vom Pegel am Ohr ab.