Gehörschutz Veranstaltungstechnik: Arbeitgeberpflichten für Barpersonal und Türsteher

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Key Takeaways

Ja. Nach der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV) muss der Arbeitgeber Gehörschutz bereitstellen, sobald die untere Auslöseschwelle von 80 dB(A) erreicht wird, und dessen Tragen ab der oberen Auslöseschwelle von 85 dB(A) durchsetzen – ein Pegel, den viele Veranstaltungsorte während einer einzigen Schicht überschreiten.
Ab der unteren Auslöseschwelle von 80 dB(A) bzw. 135 dB(C) Spitzenpegel muss Gehörschutz zur Verfügung gestellt werden. Ab der oberen Auslöseschwelle von 85 dB(A) bzw. 137 dB(C) ist das Tragen verpflichtend, und Lärmbereiche müssen gekennzeichnet werden.
Für die meisten Rollen in der Veranstaltungstechnik eignet sich ein Ohrstöpsel mit SNR 24 dB. Bei einem typischen Club- oder Konzertpegel von 105 dB(A) bleiben so rechnerisch rund 81 dB(A) am Ohr – unter der oberen Auslöseschwelle, wobei der reale Wert stark vom korrekten Sitz abhängt.
Ja. Passive Silikon-Ohrstöpsel senken den gesamten Pegel um rund 24 dB, statt ihn zu blockieren – Sprache und Anweisungen bleiben hörbar. Viele Beschäftigte berichten sogar, dass Gespräche leichter fallen, sobald die Anlage sie nicht mehr übersteuert.
Für wiederkehrende Schichten meist ja. Medizinisches Silikon sitzt konstant, lässt sich zwischen den Schichten reinigen, hält bis zu 100 Anwendungen und vermeidet das dumpfe Überblocken, das Schaumstoff unpraktisch macht, sobald man weiter kommunizieren muss.
Die Pflicht liegt beim Arbeitgeber. Er muss die Lärmbelastung beurteilen, geeigneten Gehörschutz bereitstellen, Lärmbereiche kennzeichnen und unterweisen; Beschäftigte sind verpflichtet, den gestellten Schutz zu tragen und Mängel zu melden.

Gehörschutz für die Veranstaltungstechnik ist ein anderes Problem als Gehörschutz für Konzertbesucher, denn wer hinter der Bar steht oder eine Bühne auflädt, kann bei zu viel Lärm nicht einfach nach draußen gehen. Wer Getränke ausschenkt, eine Band auflädt, den Einlass kontrolliert oder eine Festivalmenge betreut, ist demselben Pegel ausgesetzt wie das Publikum – nur eben die gesamte Schicht lang vor der Anlage.

Was Beschäftigte tatsächlich beschreiben, ist selten eine dramatische Hörschädigung. Es sind Ohren, die sich zum Ende der Schicht ausgelaugt anfühlen, manchmal mit einem Klingeln, das bis in den nächsten Tag reicht. In Deutschland arbeiten täglich tausende Menschen in Bars, Clubs und an Veranstaltungsorten, an denen die Musik laut genug ist, um das Gehör zu gefährden – und für viele ist es kein Abend, den sie sich ausgesucht haben, sondern eine Schicht.

Bei BOLLSEN sind wir auf Gehörschutz spezialisiert, unsere Ohrstöpsel werden unabhängig in Deutschland geprüft und zertifiziert. Dieser Leitfaden zeigt, was die LärmVibrationsArbSchV vom Arbeitgeber verlangt, wie laut die einzelnen Rollen wirklich sind und welcher Gehörschutz eine ganze Schicht durchhält – als Ergänzung zu unserem Leitfaden für Tontechniker und Toningenieure und unseren weiteren Ressourcen zu Ohrstöpsel für Musik.

Müssen Barpersonal, Türsteher und Roadies gesetzlich Gehörschutz tragen?

Nach der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV) sind Arbeitgeber in Deutschland gesetzlich verpflichtet, Beschäftigte vor Gehörschäden zu schützen – und das gilt ausdrücklich auch für die Veranstaltungs- und Gastronomiebranche. Ein Clubbetreiber, Konzertveranstalter oder eine Produktionsfirma muss Barpersonal und Roadies genauso behandeln wie ein Betrieb seine Werkshalle. Den vollständigen Verordnungstext gibt es bei gesetze-im-internet.de.

Zuständig für die Veranstaltungsbranche ist die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM), die eigene Präventionsangebote für Musik- und Veranstaltungsbetriebe bereitstellt; die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) ergänzt das mit ihrer Präventionsleitlinie „Musik“. Die Pflicht entsteht nicht durch die Berufsbezeichnung, sondern durch den Lärmpegel – und verstärkte Veranstaltungsorte überschreiten die Schwelle routinemäßig.

Hier unterscheidet sich das Personal deutlich vom Publikum. Ein Konzertbesucher kann zur Bar gehen oder sich in den Raucherbereich stellen, aber Beschäftigte stehen stundenlang neben den Boxen – die Belastung summiert sich so, wie es bei einem einzelnen Konzertbesuch nie der Fall wäre.

Wie laut ist es hinter der Bar und vor der Bühne?

Ein typischer Veranstaltungsort mit Verstärkung liegt bei rund 100 dB(A), Festival-Hauptbühnen erreichen 100 bis 115 dB(A) – laut genug, um bereits nach 15 Minuten ungeschützter Belastung Schäden zu verursachen. Crew und Auftretende liegen während eines Sets oft noch höher, mit gemessenen Werten von etwa 91 bis 100 dB(A), je nach Rolle und Position – wie sich auch zeigt, wenn man nachliest, wie laut ein Konzert in Dezibel wirklich wird.

Auch am DJ-Pult ist die Belastung asymmetrisch, weil zum Raumpegel noch der Cue-Mix im Kopfhörer dazukommt – dazu mehr in unserem Leitfaden zu Gehörschutz für DJs. Die Werte in der folgenden Tabelle sind typische Größenordnungen, keine Messwerte für jeden Veranstaltungsort.

Rolle / BereichTypische BelastungÜber der Auslöseschwelle von 85 dB(A)?
Bar- und Einlasspersonal, verstärkte Veranstaltung~100 dB(A)Ja
Security / Ordner, vor der Bühne100–110 dB(A)Ja
Roadies und Bühnencrew während des Sets91–100 dB(A)Ja
Festival-Hauptbühnenbereich100–115 dB(A)Ja
Foyer / Garderobe bei geöffneten Türen80–90 dB(A)Häufig

Was bedeuten die Auslöseschwellen von 80 und 85 dB(A) für Veranstaltungsbetriebe?

Die LärmVibrationsArbSchV setzt zwei Auslöseschwellen: Ab der unteren Auslöseschwelle von 80 dB(A) (135 dB(C) Spitzenpegel) muss der Arbeitgeber Gehörschutz zur Verfügung stellen, informieren und Angebotsvorsorge anbieten. Ab der oberen Auslöseschwelle von 85 dB(A) (137 dB(C)) wird das Tragen verpflichtend, Lärmbereiche müssen gekennzeichnet werden, und die arbeitsmedizinische Vorsorge wird verpflichtend. Anders als in manchen Nachbarländern kennt das deutsche Recht keine dritte, separat definierte Belastungsgrenze – maßgeblich ist der Expositionswert unter dem getragenen Gehörschutz, der die 85 dB(A)/137 dB(C) am Ohr nicht überschreiten darf.

Für den Publikumsschutz – also die Frage, wie laut ein Veranstaltungsort für die Gäste sein darf – gelten in Deutschland zusätzliche technische Orientierungswerte (etwa DIN 15905-5) und Landesregelungen; einen guten Einstieg dazu bietet die Wissensdatenbank von KomNet NRW zu Lärm- und Vibrationsschutz. Eine ausführliche Übersicht der gesetzlichen Grundlagen für Veranstaltungsorte – für Beschäftigte wie für Publikum – folgt in einem eigenen Beitrag.

Wiederholte Belastung hat einen konkreten Preis. Eine vorübergehende Hörschwellenverschiebung – das dumpfe Gefühl und Klingeln nach einer Schicht – klingt meist innerhalb von 16 bis 48 Stunden wieder ab. Wiederholt sie sich Schicht für Schicht, kann daraus eine dauerhafte Lärmschwerhörigkeit werden. Klingt das Klingeln nach ein paar Tagen nicht ab, ist ein Termin beim Betriebsarzt oder einer HNO-Praxis sinnvoll.

Welchen SNR-Wert brauchen Beschäftigte in der Veranstaltungstechnik?

Für die meisten Rollen in der Veranstaltungstechnik ist ein Ohrstöpsel mit SNR 24 dB die sinnvolle Zielgröße: Er bringt eine typische Belastung von 105 dB(A) rechnerisch auf rund 81 dB(A) am Ohr – unter die obere Auslöseschwelle, mit etwas Spielraum. Das ist eine Orientierungsgröße, kein Laborversprechen, denn die reale Dämmung hängt stark davon ab, wie gut der Stöpsel sitzt.

Infografik: SNR-24-dB-Ohrstöpsel senken einen typischen Veranstaltungspegel von 105 dB(A) auf 81 dB(A) am Ohr, unter der oberen Auslöseschwelle von 85 dB(A)

Dabei hilft es zu wissen, was ein passiver Silikon-Ohrstöpsel tatsächlich tut. Die Dämmung verläuft nicht linear über alle Frequenzen – hohe Töne werden am stärksten gedämpft. Ehrlich gesagt gilt: du hörst die Musik weiterhin, nur leiser, statt dass sie „unverändert“ bleibt. Für die Arbeit an der Anlage ist genau das gewollt – Schutz zuerst, mit genug Mix und Sprache, um den Job zu machen. Wer die Zusammenhänge zwischen SNR, Dämmwert und H-M-L genauer verstehen will, findet das in unserem Beitrag SNR-Wert und Dämmwert verstehen.

Weil der tatsächliche Restpegel vom korrekten Sitz abhängt, ist die Passform Teil der Spezifikation, kein Nebenaspekt. Unser AR KI TECH Ohrmessservice nutzt zwei Fotos, um den passenden Ohrstöpsel zu ermitteln, und reduziert so die Sitzabweichung, die den realen Schutz im Alltag mindert. Wichtig: Music SoundPRO ist kein kalibrierter, linearer Referenz-Ohrstöpsel für Messzwecke, sondern ein Gehörschutzprodukt für den praktischen Einsatz an der Anlage.

Welche Ohrstöpsel eignen sich für eine ganze Schicht?

Für Beschäftigte mit wiederkehrenden Schichten sind wiederverwendbare Ohrstöpsel aus medizinischem Silikon mit SNR 24 dB die praktische Wahl, weil sie konstant sitzen, sich zwischen den Schichten reinigen lassen und bis zu 100 Anwendungen halten, statt jeden Abend im Müll zu landen. Unsere Music SoundPRO Ohrstöpsel bestehen aus transparentem 2-Lamellen-Silikon, sitzen unauffällig im Gehörgang und fallen auf der Fläche nicht auf.

Sie senken den Pegel um rund 24 dB, sodass du geschützt bist, aber Gäste und Kolleginnen und Kollegen weiterhin verstehst – statt komplett abgeschottet zu sein, wie es überblockender Schaumstoff anfühlen kann. Im Lieferumfang ist ein Alu-Case mit Schlüsselring enthalten, praktisch, wenn die Alternative ist, den Stöpsel zwischen Tresen und Auf- und Abbau zu verlieren.

Music SoundPRO kostet 26,95 € mit 24 dB SNR, passiv, wiederverwendbar und in transparentem 2-Lamellen-Silikon; die Variante mit AR KI TECH Ohrmessung kostet 38,95 € und ist auf den optimalen Sitz für deine Ohren zugeschnitten. Beide sind unabhängig in Deutschland geprüft und zertifiziert und über 40 Tage risikofrei testbar. Wer Dämmwerte nach Veranstaltungstyp und Venue vergleichen möchte, findet eine Entscheidungshilfe in unserem Leitfaden welcher Gehörschutz fürs Konzert passt.

Sind wiederverwendbare Silikon-Ohrstöpsel für Personal besser als Schaumstoff?

Für den beruflichen Einsatz über viele Schichten hinweg schneidet wiederverwendbares Silikon in Sachen Konsistenz und Kommunikation meist besser ab als Einweg-Schaumstoff, selbst wenn ein einzelner Schaumstoffstöpsel im Labor einen höheren Dämmwert zeigt. Schaumstoff überblockt und dämpft Sprache zu stark, was dazu führt, dass er weggelassen oder nur halb eingesetzt wird – und ein Stöpsel, der nicht getragen wird, schützt niemanden.

FaktorEinweg-SchaumstoffWiederverwendbares Silikon (SNR 24 dB)
Sprach- und AnweisungsklarheitDumpf, überblocktSenkt den Pegel, Sprache bleibt verständlich
Konsistenz von Schicht zu SchichtSchwankt bei jedem Rollen und EinsetzenKonstant, sobald einmal eingesetzt
LebensdauerEinmal oder wenige MaleBis zu 100 Anwendungen, waschbar
Hygiene über mehrere SchichtenSammelt Schmutz, wird entsorgtReinigung mit milder Seife zwischen den Schichten
Kosten über die ZeitWiederkehrendEin Paar ersetzt Dutzende Einweg-Stöpsel

Was gilt, wenn Lärmschwerhörigkeit als Berufskrankheit anerkannt wird?

Lärmschwerhörigkeit ist in Deutschland als Berufskrankheit (BK-Nr. 2301) anerkannt. Bestätigt die zuständige Berufsgenossenschaft – für die Veranstaltungsbranche die BG ETEM – einen beruflichen Zusammenhang, greifen die Präventions- und Vorsorgeinstrumente der gesetzlichen Unfallversicherung, etwa die arbeitsmedizinische Pflichtvorsorge ab der oberen Auslöseschwelle. Der Weg dorthin läuft über den Betriebsarzt oder die zuständige Berufsgenossenschaft, nicht über eine allgemeine Rechtsberatung an dieser Stelle.

Genau deshalb lohnt sich Prävention für beide Seiten: für Beschäftigte ist es ihr Gehör, für den Betrieb ist konsequenter Gehörschutz eine dokumentierte, vergleichsweise günstige Pflicht. Die Arbeit der Weltgesundheitsorganisation zu sicherem Hören bei Musikveranstaltungen zeigt, wie handhabbar die Lärmbelastung an Veranstaltungsorten ist, sobald sie ernst genommen wird.

Der verzögerte Beginn macht die Gefahr leicht zu unterschätzen. Ohrgeräusche melden sich nicht immer in der Nacht der Veranstaltung, sondern können erst Wochen später auftreten. Deshalb zählt Schutz während der Schicht mehr als jede Reaktion danach.

Wer beruflich in der Veranstaltungstechnik arbeitet, hat mit dem eigenen Gehör ein Werkzeug, das sich nicht ersetzen lässt – und die Rechnung ist einfach: Eine Schicht bei 100 dB(A) und ein Ohrstöpsel mit rund SNR 24 dB bringen dich rechnerisch wieder unter die Auslöseschwelle, mit genug Spielraum, um mit Menschen zu sprechen. Wiederverwendbares Silikon hält die Saison durch, sitzt jeden Abend gleich und lässt genug offen, um den Job zu machen. Schütz dein Gehör jetzt – kostenloser Standardversand und 40 Tage risikofrei testen.