Kann Schnarchen das Gehör schädigen?

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Das Wichtigste in Kürze

Schnarchen erreicht laut einer Messung bei 162 Schnarchern in zwei Dritteln der Fälle mehr als 45 dB(A), bei 14 Prozent mehr als 53 dB(A). Das liegt deutlich unter den 85 dB(A), ab denen laut Umweltbundesamt bei acht Stunden Dauerbelastung Gehörschäden zu erwarten sind.

Es gibt Hinweise auf einen Zusammenhang, aber keinen Beweis, dass Schnarchen allein das Gehör schädigt. Die Datenlage für Partner stammt aus sehr kleinen Untersuchungen, die für Schlafapnoe aus einer Auswertung von 20 Studien.

Mit Gehörschutz zum Schlafen senkst du die Lautstärke, die nachts an dein Ohr kommt. Das verringert deine Lärmbelastung, es ändert aber nichts am Schnarchen selbst.

Bei Atemaussetzern, sehr lautem Schnarchen, anhaltendem Ohrensausen oder einem Ohr, das schlechter hört: HNO-Praxis oder Schlafmedizin.

Wer neben einem lauten Schnarcher schläft, fragt sich irgendwann, ob das auf Dauer den Ohren schadet. Die Suche nach „schnarchen gehör schädigen“ führt oft zu dramatischen Zahlen. Hier steht, was sich tatsächlich belegen lässt, wo die Forschung noch dünn ist und was du für deine Nächte tun kannst. Wenn du neben einem Schnarcher schläfst, findest du im Ratgeber zum Thema schnarchender Partner zusätzliche Tipps für den Alltag.

Wie laut ist Schnarchen wirklich?

Schnarchen entsteht, wenn Gewebe im Rachen im Schlaf vibriert, weil die Luft nicht frei strömen kann. Wie laut das wird, hat eine Studie in der Fachzeitschrift Sleep an 162 Menschen gemessen, die sich selbst als gewohnheitsmäßige Schnarcher bezeichneten. Das Mikrofon hing 65 Zentimeter über dem Kopfende des Bettes.

MesswertErgebnis
Schnarchen lauter als 45 dB(A)bei 66 % der 162 Teilnehmenden
Schnarchen lauter als 53 dB(A)bei 14 % der 162 Teilnehmenden
Vergleichswert Arbeitsplatz: Gehörschäden bei Dauerbelastung zu erwartenab 85 dB(A) über acht Stunden

Quellen: Studie „Snoring: a source of noise pollution and sleep apnea predictor“ (Sleep, 2020) und Umweltbundesamt, Gehörschäden.

Die Messung zeigt: Schnarchen ist laut genug, um den Schlaf eines Partners zu stören, liegt in dieser Studie aber meist weit unter dem Pegel, bei dem Lärm am Arbeitsplatz als gehörschädigend gilt. Das Bundesumweltministerium nennt außerdem, dass schon geringe Schallpegel ab 25 dB(A) zu Konzentrations- oder Schlafstörungen führen können.

Ab wann schädigt Lärm das Gehör?

Entscheidend sind Stärke und Dauer. Laut Umweltbundesamt können zu viel Schall in Stärke und Dauer bleibende Schäden am Gehör verursachen, auch Tinnitus kann auftreten. Lärmbedingte Hörschäden sind nicht heilbar. In der Arbeitswelt gelten deshalb Auslösewerte: Ab 80 dB(A) muss der Arbeitgeber Gehörschutz zur Verfügung stellen, ab 85 dB(A) muss er dafür sorgen, dass er benutzt wird. Zum Vergleich nennt das Umweltbundesamt Musikpegel von 90 bis 110 dB(A) in Diskotheken.

Diese Werte beziehen sich auf den Arbeitstag. Für die Nacht gibt es keinen Grenzwert, der genau auf Schnarchen passt. Deshalb ist die ehrliche Antwort: Typisches Schnarchen liegt nach der oben genannten Messung unter diesen Werten, ob die nächtliche Dauerbelastung trotzdem eine Rolle spielt, ist wissenschaftlich offen.

Was sagen Studien zu Schnarchen, Schlafapnoe und Hörverlust?

Partner von Schnarchern

Eine Untersuchung von 2003 prüfte Schnarcher und ihre Bettpartner. Bei allen vier Bettpartnern fand sich ein einseitiges Hörverlustmuster bei hohen Frequenzen, das zu lärmbedingtem Hörverlust passt. Betroffen war jeweils das Ohr, das nach Angabe der Betroffenen dem Schnarchen ausgesetzt war. Die Autoren sprechen selbst nur von einem möglichen Zusammenhang, der weiter untersucht werden sollte. Zur Studie (Noise-induced hearing loss in snorers and their bed partners).

Schlafapnoe und Hörschwellen

Anders sieht die Datenlage bei obstruktiver Schlafapnoe aus, bei der die Atmung im Schlaf immer wieder aussetzt. Eine Auswertung von 20 Studien mit 34.442 Teilnehmenden fand bei Menschen mit Schlafapnoe im Mittel um 4,00 dB schlechtere Hörschwellen im mittleren und um 6,24 dB schlechtere im hohen Frequenzbereich. Das Risiko für eine Hörminderung war erhöht (Odds Ratio 1,52 für mittlere, 1,19 für hohe Frequenzen). Nach einer CPAP-Therapie sahen die Autoren im mittleren Bereich keine deutliche Verbesserung.

Wichtig für die Einordnung: Das ist ein statistischer Zusammenhang. Er sagt nicht, dass Lärm die Ursache ist. Bei Schlafapnoe spielen auch Atemaussetzer und ein sinkender Sauerstoffgehalt im Blut eine Rolle. Wenn du den Verdacht auf Atemaussetzer hast, gehört das in ärztliche Hände. Mehr dazu findest du im Beitrag Ohrstöpsel und Schlafapnoe.

Welche Anzeichen solltest du ernst nehmen?

Ohrensausen, ein Druckgefühl oder dumpfes Hören sind unspezifische Signale und haben viele mögliche Ursachen. Sie sind kein Beweis dafür, dass Schnarchen dahintersteckt. Nimm sie trotzdem ernst, wenn sie anhalten oder wiederkehren:

  • Ohrensausen oder Klingeln, das nach einer Nacht nicht verschwindet,
  • ein Ohr, das spürbar schlechter hört als das andere,
  • Schwierigkeiten, Gesprächen in lauter Umgebung zu folgen,
  • Atemaussetzer, die dein Partner beobachtet, oder starke Tagesmüdigkeit.

In diesen Fällen ist die HNO-Praxis der richtige Ort für einen Hörtest, bei Atemaussetzern zusätzlich die Schlafmedizin. Ein Online-Ratgeber ersetzt keine Untersuchung.

Wie senkst du die Lärmbelastung durch einen schnarchenden Partner?

Das Schnarchen vollständig zu stoppen, liegt nicht in deiner Hand. Deine eigene Lärmbelastung in der Nacht kannst du aber verringern. Eine Übersicht findest du in den praktischen Maßnahmen für Paare.

Ohrstöpsel zum Schlafen tragen

Gehörschutz senkt die Lautstärke, die am Trommelfell ankommt. Das Schnarchen ändert er nicht, mehr dazu steht im Beitrag Helfen Ohrstöpsel wirklich gegen Schnarchen. Eine Auswahl findest du im Ratgeber Beste Ohrstöpsel gegen Schnarchen, die Grundlagen zur Wahl im Leitfaden zu Ohrstöpseln fürs Schlafen. Alle Modelle für die Nacht gibt es unter Ohrstöpsel zum Schlafen.

Der BOLLSEN Life+ ist für die Nacht gemacht: 24 dB SNR (EN 352-2), medizinisches Silikon, bis zu 100-mal wiederverwendbar, 29,95 €. Die Dämpfung ist passiv und nimmt mit der Frequenz zu, tiefes Brummen kommt also stärker durch als hohe Töne. Wer es genauer mag, findet den Life+ mit AR KI Tech für 44,95 €, der mit einer Ohrmessung angepasst wird. Standardversand ist ab 35 € kostenlos, und es gibt 40 Tage Geld-zurück-Garantie. Wie du die Stöpsel sauber hältst, steht in unserer Anleitung zur Pflege von Schlaf-Ohrstöpseln.

Die Schlafumgebung anpassen

Weißes Rauschen oder eine ruhige Klang-App können das Schnarchen überdecken. Getrennte Bettdecken oder zeitweise getrennte Schlafzimmer helfen manchen Paaren. Ob dem Schnarcher selbst eine Änderung der Schlafposition hilft, sollte er mit seiner Hausarztpraxis besprechen.

Wann solltest du zum HNO-Arzt oder in die Schlafmedizin?

Geh zur HNO-Praxis, wenn du Ohrgeräusche, Schmerzen oder einen Unterschied zwischen beiden Ohren bemerkst. Bei beobachteten Atemaussetzern, lautem Schnarchen mit Tagesmüdigkeit oder dem Verdacht auf Schlafapnoe sind die Hausarztpraxis und die Schlafmedizin die richtigen Anlaufstellen. Ärztinnen und Ärzte klären Ursache und passende Therapie, Ohrstöpsel ersetzen das nicht.

Häufige Fragen zu Schnarchen und Gehör

Häufige Fragen zu Schnarchen und Gehör

Das ist nicht abschließend belegt. Typische Schnarchpegel liegen in einer Messung meist bei 45 bis 53 dB(A) und damit unter den 85 dB(A), ab denen laut Umweltbundesamt Gehörschäden zu erwarten sind. Kleine Studien und eine Auswertung zu Schlafapnoe zeigen allerdings einen Zusammenhang mit schlechteren Hörschwellen. Ein Beweis für Ursache und Wirkung ist das nicht.

In einer Studie mit 162 Schnarchern überschritt das Schnarchen bei 66 Prozent 45 dB(A), bei 14 Prozent sogar 53 dB(A). Wie laut es bei dir im Ohr ankommt, hängt stark vom Abstand zum Schnarcher und von der Lage im Bett ab.

Eine Untersuchung aus dem Jahr 2003 fand bei vier Bettpartnern von Schnarchern ein Muster, das zu lärmbedingtem Hörverlust passt, und zwar auf dem Ohr, das dem Schnarchen zugewandt war. Mehr als ein Hinweis ist das bei vier Personen nicht. Wenn du Veränderungen bemerkst, lass dein Gehör in einer HNO-Praxis testen.

Eine Auswertung von 20 Studien mit 34.442 Teilnehmenden fand bei Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe im Schnitt schlechtere Hörschwellen. Das zeigt einen Zusammenhang, keine Ursache. Atemaussetzer solltest du immer ärztlich abklären lassen.

Nein. Ohrstöpsel dämpfen, was an dein Ohr kommt. Das Schnarchen selbst verändern sie nicht. Sie können es für den Partner nachts leiser machen und so die Lärmbelastung senken.

Der Life+ hat einen SNR-Wert von 24 dB nach EN 352-2. Das ist ein Laborwert, der Sitz im Ohr und die Schlafposition spielen in der Praxis mit. Probiere ihn in Ruhe aus. Du hast 40 Tage Geld-zurück-Garantie.

Bei Atemaussetzern, die dein Partner beobachtet, starker Tagesmüdigkeit, sehr lautem Schnarchen oder Ohrensausen und Hörveränderungen. Die richtigen Ansprechpartner sind die HNO-Praxis und die Schlafmedizin.