Ohrenschmerzen bei Kindern: Ursachen, Warnzeichen und wann zum Arzt

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Key Takeaways

Meist eine Mittelohrentzündung nach einer Erkältung, manchmal eine Entzündung des äußeren Gehörgangs, ein Ohrenschmalzpfropf, ein Druckproblem im Ohr oder beim Zahnen ausstrahlender Schmerz. Welche Ursache vorliegt, klärt die Kinderarztpraxis.
Bei Fieber, Flüssigkeit aus dem Ohr, Schwellung oder Rötung hinter dem Ohr, Erbrechen, starken Schmerzen oder wenn die Beschwerden länger als ein bis zwei Tage anhalten. Säuglinge mit Ohrenschmerzen gehören sofort in ärztliche Hände.
Dieser Ratgeber ersetzt keine Diagnose und gibt keine Behandlungsanleitung. Bei Ohrenschmerzen entscheiden Kinderarzt, Kinderärztin oder HNO-Praxis über das weitere Vorgehen, auch bei Medikamenten, Tropfen und Hausmitteln.
Nein, das lässt sich nicht versprechen. Ohrstöpsel und Kapselgehörschutz schützen vor Lärm, Wasser-Ohrstöpsel helfen, Wasser aus dem Gehörgang fernzuhalten. Eine Ohrenentzündung verhindern sie nicht.
Kidz+ ist für Kinder von 3 bis 12 Jahren gedacht, der Kapselgehörschutz Rooth Kids ab 5 Jahren, Rooth Baby bis etwa 5 Jahre. Unter 3 Jahren werden keine Ohrstöpsel verwendet.

Ohrenschmerzen gehören zu den häufigsten Gründen, warum Eltern nachts den Kinderarzt-Notdienst anrufen. Sie kommen oft plötzlich, häufig im Zusammenhang mit einer Erkältung, und kleine Kinder können nicht sagen, was weh tut. Das macht es für dich als Mutter oder Vater schwer, die Lage einzuschätzen. Dieser Ratgeber erklärt, welche Ursachen hinter Ohrenschmerzen bei Kindern stecken können, woran du je nach Alter typische Warnzeichen erkennst und ab wann ein Arztbesuch nötig ist. Er ist eine Orientierung und keine Behandlungsanleitung. Außerdem zeigt er, wo Gehörschutz sinnvoll sein kann: als Schutz vor Lärm und vor Wasser im Gehörgang.

Woran erkennst du Ohrenschmerzen bei Kindern?

Wie sich Ohrenschmerzen zeigen, hängt stark vom Alter ab. Bei Säuglingen und Kleinkindern achtest du auf Verhalten statt auf Worte.

Säuglinge und Kleinkinder

Typische Hinweise sind häufiges Greifen oder Ziehen am Ohr, vermehrtes Weinen, besonders im Liegen, unruhiger Schlaf und Trinkunlust. Beim Saugen und Schlucken ändert sich der Druck im Ohr, deshalb lehnen manche Babys Flasche oder Brust plötzlich ab. Auch Fieber, Reizbarkeit und Appetitlosigkeit können dazugehören. Ziehen am Ohr allein ist allerdings kein sicheres Zeichen, denn manche Babys entdecken ihre Ohren einfach.

Kinder ab etwa zwei Jahren

Ältere Kinder sagen oft, dass das Ohr „weh tut“ oder „drückt“. Manche hören schlechter, drehen den Fernseher lauter, wirken ungeschickt oder unsicher auf den Beinen, oder sie haben Fieber. Fließt Flüssigkeit aus dem Ohr, ist das ein Grund, die Kinderarztpraxis zeitnah aufzusuchen.

Welche Ursachen können Ohrenschmerzen bei Kindern haben?

Es gibt nicht „die“ eine Ursache. Die folgende Übersicht zeigt die häufigsten Auslöser und woran sie sich grob unterscheiden. Sie dient dem Verständnis, eine Diagnose stellt nur die Ärztin oder der Arzt, der das Trommelfell mit dem Otoskop ansieht.

Mögliche UrsacheTypisches AlterTypische Merkmale
MittelohrentzündungSäuglinge bis GrundschulalterFolgt oft auf eine Erkältung; Schmerz oft stärker im Liegen; häufig Fieber
Entzündung des äußeren GehörgangsKindergarten- und SchulkinderSchmerz verstärkt sich beim Ziehen am Ohrläppchen; oft nach Wasserkontakt; Details im Beitrag zum Schwimmerohr bei Kindern
Ohrenschmalzpfropfjedes AlterGedämpftes Hören, Druckgefühl; meist kein Fieber
Belüftungsstörung der OhrtrompeteKleinkinder bis SchulalterDruck- und Völlegefühl; häufig bei Erkältung oder nach einem Flug
Zahnen (ausstrahlender Schmerz)etwa 4 bis 30 MonateGleichmäßig dumpfer Schmerz, vermehrter Speichelfluss, kein Ohrenausfluss
Erkältung, Nasennebenhöhlen, Allergieab dem KleinkindalterVerstopfte Nase, Druck auf beiden Seiten; Beschwerden oft saisonal
Druckwechsel (Flug, Tauchen, Bergfahrt)jedes AlterStechender Schmerz bei Landung oder Abstieg

Die Mittelohrentzündung ist im Kindesalter die häufigste Ursache. Eine verständliche Übersicht dazu bieten gesundheitsinformation.de und gesund.bund.de. Wenn Wasser im Spiel ist, hilft dir unser Beitrag Ohrenschmerzen nach dem Schwimmen weiter.

Warum kommen Ohrenschmerzen und Erbrechen manchmal zusammen vor?

Das Innenohr ist nicht nur fürs Hören zuständig, sondern auch für das Gleichgewicht. Ist das Ohr gereizt, kann dem Kind schwindelig und übel werden, bei kleinen Kindern kommt es dann leichter zum Erbrechen. Auch Fieber allein kann Übelkeit auslösen. Erbricht dein Kind mehrfach, mag nichts trinken oder wirkt sehr schlapp, ruf noch am selben Tag in der Kinderarztpraxis an. Dann geht es auch darum, dass dein Kind genug Flüssigkeit bekommt.

Wann solltest du mit Ohrenschmerzen zum Kinderarzt oder zur HNO-Praxis?

Viele leichte Ohrenschmerzen klingen von selbst wieder ab, trotzdem solltest du nicht lange abwarten. Bei diesen Anzeichen gehört dein Kind zeitnah in ärztliche Hände:

  • Fieber oder ein deutlich geschwächtes Allgemeinbefinden
  • Flüssigkeit oder Blut, die aus dem Ohr fließt
  • Rötung, Schwellung oder Berührungsschmerz hinter dem Ohr
  • starke oder plötzlich schlimmer werdende Schmerzen
  • wiederholtes Erbrechen, Schwindel oder Gleichgewichtsprobleme
  • Schmerzen, die länger als ein bis zwei Tage anhalten
  • Ohrenschmerzen bei einem Säugling, hier lieber sofort anrufen

Kinder, die immer wieder Ohrenentzündungen haben, sollte die HNO-Praxis genauer ansehen. Dort wird auch geklärt, ob zum Beispiel Paukenröhrchen ein Thema sind. Mehr dazu liest du im Beitrag Kann man mit Paukenröhrchen schwimmen?. Eine Übersicht für Ärztinnen und Eltern bietet die Leitlinie der amerikanischen HNO-Gesellschaft zu Paukenröhrchen.

Was kannst du als Elternteil bis zum Arztbesuch tun?

Eine Behandlung gehört in ärztliche Hand, das gilt auch für Medikamente, Ohrentropfen und Hausmittel. Bis zum Termin kannst du für dein Kind da sein, es ruhen lassen und ihm ausreichend zu trinken anbieten. Stecke nichts ins Ohr: Wattestäbchen, Öl oder Tropfen auf eigene Faust können mehr schaden als nützen, vor allem wenn das Trommelfell verletzt oder ein Röhrchen eingesetzt ist. Notiere dir, seit wann die Beschwerden bestehen, ob Fieber dabei ist und was dein Kind zuletzt gemacht hat. Das hilft der Praxis bei der Einschätzung.

Wo kann Gehörschutz bei Kindern sinnvoll sein?

Gehörschutz behandelt keine Ohrenschmerzen und verhindert keine Ohrenentzündung. Er hat zwei klar abgegrenzte Aufgaben: Lärm dämpfen und Wasser aus dem Gehörgang fernhalten.

Lärm: Kapselgehörschutz für empfindliche Kinderohren

Sehr laute Umgebungen wie Feuerwerk, Konzerte oder Stadion können für Kinderohren unangenehm bis schmerzhaft sein, außerdem belasten sie das Gehör. Hier ist Kapselgehörschutz oft die einfachste Lösung, weil er sich schnell aufsetzen lässt und gut sitzt. Der Rooth Kids ist für Kinder ab 5 Jahren gedacht (EN 352-1), der Rooth Baby für die Kleinsten bis etwa 5 Jahre. Zum Schlafen ist Kapselgehörschutz nicht gedacht. Mehr zur Auswahl findest du im Beitrag Kapselgehörschutz für Kinder und im Ratgeber zu Lärmschwerhörigkeit bei Kindern. Klingelt oder pfeift es nach lauten Ereignissen im Ohr, lies unseren Beitrag zu Tinnitus bei Kindern und sprich mit der Kinderarztpraxis.

Wasser: Ohrstöpsel beim Schwimmen

Bleibt nach dem Schwimmen oder Baden Wasser im Gehörgang, ist das für manche Kinder unangenehm, und die HNO-Praxis rät bei bestimmten Vorerkrankungen zu Ohrschutz. Für diese Fälle gibt es weiche Silikon-Ohrstöpsel in Kindergröße. Bollsen Kidz+ ist wasserabweisend, für Kinder von 3 bis 12 Jahren gedacht (EN 352-2) und hilft, Wasser aus dem Gehörgang fernzuhalten. Er ist für das Schwimmen an der Oberfläche gedacht, nicht fürs Tauchen in der Tiefe. Unter 3 Jahren werden keine Ohrstöpsel verwendet. Ob Ohrstöpsel für dein Kind in Frage kommen und wie sie richtig sitzen, erklärt der Beitrag Ohrstöpsel für Kinder zum Schwimmen. Mit Paukenröhrchen gilt immer der Rat der behandelnden Praxis. Wie sich das Schwimmerohr bei Kindern äußert, behandelt ein eigener Ratgeber zum Schwimmerohr bei Kindern.

Druckwechsel: Ohrstöpsel gleichen keinen Druck aus

Beim Fliegen entstehen Ohrenschmerzen durch den Druckunterschied im Mittelohr. Ohrstöpsel können diesen Druck nicht ausgleichen, sie dämpfen nur den Lärm der Kabine. Was beim Druckausgleich hilft und worauf du bei Kindern achten solltest, steht im Beitrag Ohrstöpsel für Kinder im Flugzeug.

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Dieses Produkt weist mehrere Varianten auf. Die Optionen können auf der Produktseite gewählt werden

Fazit

Ohrenschmerzen bei Kindern haben meist harmlose, aber manchmal behandlungsbedürftige Ursachen. Bei Fieber, Ausfluss, Schwellung hinter dem Ohr, Erbrechen oder anhaltenden Schmerzen ist die Kinderarzt- oder HNO-Praxis die richtige Anlaufstelle, bei Säuglingen sofort. Gehörschutz kann dein Kind vor Lärm und vor Wasser im Gehörgang schützen, er ersetzt aber keine ärztliche Abklärung. Passenden Schutz für jede Altersstufe findest du auf unserer Themenseite Ohrstöpsel für Kinder, und ob Ohrstöpsel für Kinder grundsätzlich sicher sind, beantwortet dieser Beitrag.