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- Wie laut ist es im Helm, und warum brauchst du überhaupt Gehörschutz?
- Wie unterscheiden sich angepasster und universeller Gehörschutz?
- Wo liegt der Moto+ zwischen Universalstöpsel und Otoplastik?
- Was kostet eine Otoplastik und wer zahlt?
- Ist Gehörschutz beim Motorradfahren erlaubt?
- Für wen lohnt sich welche Lösung?
Das Wichtigste in Kürze
Wer regelmäßig Motorrad fährt, landet früher oder später bei der Frage: reicht ein Ohrstöpsel aus der Packung, oder lohnt sich die Otoplastik vom Hörakustiker? Beide Lösungen schützen vor dem Dauerrauschen im Helm. Sie unterscheiden sich bei Preis, Aufwand und Passform, und genau darum geht es hier.
Einen Überblick über alle Möglichkeiten findest du im Ratgeber zu Gehörschutz fürs Motorrad. Hier vergleichen wir nur zwei Wege: den angepassten und den universellen Stöpsel.
Wie laut ist es im Helm, und warum brauchst du überhaupt Gehörschutz?
Der ADAC hat bei Helmtests Schalldruckpegel zwischen rund 84 dB(A) beim leisesten und fast 95 dB(A) beim lautesten Helm bei 100 km/h gemessen. Nach Angaben des ADAC können über längere Zeit hohe Pegel zu Gehörproblemen führen. Wer viel fährt, schützt sein Gehör deshalb am besten schon vor dem ersten Pfeifen im Ohr. Mehr zu den Pegeln liest du unter wie laut Windgeräusche im Helm wirklich sind.
Wie unterscheiden sich angepasster und universeller Gehörschutz?
Eine Otoplastik ist ein Ohrpassstück, das für deinen einzelnen Gehörgang individuell angefertigt wird. Der Hörakustiker nimmt dafür einen Abdruck, ein Labor fertigt das Stück aus Silikon oder Acrylat. Der ADAC empfiehlt Weichsilikon, weil es flexibler ist, wenn das Helmpolster aufs Ohr drückt. Nach der Anpassung sollte außerdem eine Dichtigkeitsprüfung erfolgen, sonst erreicht das Produkt womöglich nicht die versprochene Dämmung.
Universelle Ohrstöpsel sind vorgeformt. Es gibt sie in einer oder mehreren Größen, du setzt sie selbst ein, und du kannst sie sofort nutzen. Der Nachteil: Dein Gehörgang ist nicht genormt. Sitzt der Stöpsel schlecht, sinkt die Dämmung und das Tragegefühl leidet.
Wo liegt der Moto+ zwischen Universalstöpsel und Otoplastik?
Der Moto+ ist ein universeller Stöpsel für Motorradfahrer: 24 dB SNR nach EN 352-2 (H 24 / M 21 / L 19, geprüft von der PZT GmbH), passiv, die Dämmung steigt mit der Frequenz. Er besteht aus 2-Lamellen-Medizinsilikon, sitzt flach im Gehörgang und passt deshalb ohne Stiel unter jeden Helm. Er ist bis zu 100-mal wiederverwendbar, kommt im Alu-Etui und kostet 26,95 €.
Den Moto+ gibt es auch mit AR KI TECH für 38,95 €. Dabei vermisst die App dein Ohr und wählt die am besten passende Größe aus. Das ist eine Vermessung, kein Abdruck: Der Stöpsel bleibt ein vorgeformtes Serienprodukt. Er hilft aber bei der Frage, die bei Universalstöpseln am häufigsten schiefgeht, nämlich welche Größe zu deinem Ohr passt.
Beide Varianten dämpfen passiv. Wind- und Motorgeräusche werden leiser, wichtige Geräusche bleiben hörbar, nur leiser. Wie sich das im Vergleich zu Schaumstoff anfühlt, erklärt der Artikel zu Schaumstoff und Filter-Ohrstöpseln. Was die Zahlen auf der Packung bedeuten, steht im Beitrag zum SNR-Dämmwert.
Was kostet eine Otoplastik und wer zahlt?
Der ADAC nennt für Otoplastiken fürs Motorrad Preise von 150 bis 180 Euro. Dazu kommt ein Termin beim Hörakustiker für den Abdruck, und die Fertigung dauert einige Tage. Auch eine Otoplastik mit Filter dämpft passiv. Wie viel sie dämmt, steht im Datenblatt des jeweiligen Modells. Frag beim Hörakustiker nach dem Dämmwert, bevor du bestellst.
Wer zahlt, hängt vom Einsatz ab. Am Arbeitsplatz trägt der Arbeitgeber in der Regel die Kosten für erforderliche Maßnahmen des Arbeitsschutzes, so die Auskunft im KomNet des Landes Nordrhein-Westfalen unter Verweis auf § 3 Abs. 3 Arbeitsschutzgesetz. Ob eine Otoplastik dafür erforderlich ist, klärt die Gefährdungsbeurteilung des Betriebs. Das gilt für Lärmarbeitsplätze, nicht für Freizeitfahrten mit dem Motorrad. Für den Gehörschutz auf der Sonntagsrunde zahlst du deshalb üblicherweise selbst. Ob deine Krankenkasse sich beteiligt, fragst du am besten vorab dort nach. Das ist keine Rechtsberatung.
Ist Gehörschutz beim Motorradfahren erlaubt?
Ja, mit Augenmaß. Nach § 23 StVO bist du als Fahrzeugführer dafür verantwortlich, dass dein Gehör nicht durch Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt wird. Der ADAC liest das so, dass nicht jeder Gehörschutz für Zweiradfahrer geeignet ist, weil Warnsignale wie ein Martinshorn wahrgenommen werden müssen. Das gilt für Otoplastik und Universalstöpsel gleichermaßen. Sirenen und Hupen bleiben mit einem passiven Stöpsel wahrnehmbar, weil sie laut sind, nicht weil ein Filter sie bevorzugt durchlässt. Teste deshalb zuerst eine ruhige Strecke. Das ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung.
Für wen lohnt sich welche Lösung?
Eine Otoplastik kann sich für Vielfahrer lohnen, die Termin und Kosten nicht scheuen und täglich lange Strecken fahren. Ein universeller Stöpsel wie der Moto+ passt, wenn du sofort starten willst, dein Budget klein ist oder du den Stöpsel auch mal verlierst oder wechselst. Wer unsicher bei der Größe ist, wählt den Moto+ mit AR KI TECH. Eine Übersicht für alle Fahrertypen findest du auf der Themenseite Ohrstöpsel für Motorradfahrer.
Zwei Fragen helfen bei der Entscheidung. Wie oft fährst du, und wie lange am Stück? Und wie sicher sitzt ein Stöpsel in deinem Ohr unter dem Helm? Den richtigen Sitz erklären wir im Beitrag Ohrstöpsel unter dem Helm richtig tragen. Ob der Helm allein dein Gehör schützt, liest du im Artikel schützt der Helm allein das Gehör.
Wenn du nach Fahrten Ohrgeräusche, ein Druckgefühl oder dumpfes Hören bemerkst, lass das bei einer HNO-Ärztin oder einem HNO-Arzt abklären. Ohrstöpsel verringern die Lärmbelastung, ersetzen aber keine ärztliche Untersuchung.
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