Gehörschutz reinigen und hygienisch nutzen: Staub, Schweiß und Wechselintervalle am Arbeitsplatz

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Das Wichtigste in Kürze

Wiederverwendbare Stöpsel waschen Sie mit lauwarmem Wasser und milder Seife, spülen sie ab, lassen sie vollständig trocknen und lagern sie im sauberen Etui. Bei Kapselgehörschutz wischen Sie die Dichtkissen ab. Desinfektionsmittel sind laut DGUV Regel 112-194 nicht nötig.

Eine feste Zahl gibt es nicht. Maßgeblich ist die Herstellerangabe und der Zustand: Verhärtete, spröde, rissige oder verformte Teile gehören ersetzt. Schaumstoffstöpsel sind Einwegprodukte.

Aus Hygienegründen nein. Gehörschutz gehört zur persönlichen Ausrüstung und wird nur von einer Person getragen.

Nach § 8 Abs. 4 LärmVibrationsArbSchV muss der Arbeitgeber den Zustand des ausgewählten Gehörschutzes in regelmäßigen Abständen überprüfen.

Tragen Sie den Gehörschutz bei Hautreizungen oder anderen Ohrproblemen nicht unbedacht weiter und sprechen Sie mit Ihrer HNO-Ärztin, Ihrem HNO-Arzt oder der Betriebsärztin.

Auf der Baustelle, in der Werkstatt oder in der Produktion sammelt Gehörschutz Staub, Schweiß und Öl. Wer ihn nie reinigt, riskiert nach den Angaben der DGUV, dass die Schutzwirkung nachlässt und die Haut gereizt wird. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Gehörschutz schrittweise reinigen, wann Sie Teile ersetzen und was der Betrieb prüfen muss. Einen Überblick über alle Themen finden Sie bei Ohrstöpsel für die Arbeit.

Hinweis: Der Ratgeber ersetzt weder die Benutzerinformation Ihres Herstellers noch eine Rechtsberatung oder eine ärztliche Beratung.

Warum sollten Sie Gehörschutz am Arbeitsplatz reinigen?

Gehörschutz sitzt Schicht für Schicht direkt am Ohr. Die DGUV beschreibt in Abschnitt 10 der DGUV Regel 112-194, dass bei der Benutzung Verunreinigungen, zum Beispiel durch Stäube und Flüssigkeiten, auftreten und Hautreizungen bewirken können. Deshalb müssen Benutzerinnen und Benutzer von Gehörschutzstöpseln zur nötigen Hygiene unterwiesen werden.

Hinzu kommt die Schutzwirkung: Zum mehrfachen Gebrauch bestimmter Gehörschutz muss laut Regel regelmäßig gewartet und gereinigt werden, damit die Schutzwirkung nicht nachlässt. Schmutz und Material, das hart oder spröde wird, können dazu führen, dass der Gehörschutz nicht mehr so sitzt und dämmt, wie er soll.

Wie reinigen Sie Gehörschutz Schritt für Schritt?

Die Reinigung hängt von der Bauart ab. Die Anleitung unten folgt der DGUV Regel 112-194 und gilt immer unter dem Vorbehalt der Herstellerangaben.

  1. Wiederverwendbare Stöpsel: Waschen Sie sie mit lauwarmem Wasser und milder Seife, spülen Sie sie ab und lassen Sie sie vollständig trocknen. Verstauen Sie sie danach im sauberen Etui, nicht lose in der Hosentasche oder im Werkzeugkasten.
  2. Kapselgehörschutz: Wischen Sie die Dichtkissen regelmäßig mit einem feuchten Tuch und mildem Reinigungsmittel ab. Tauschen Sie Dichtkissen oder Hygieneset nach den Angaben des Herstellers aus.
  3. Schaumstoffstöpsel: Sie sind Einwegprodukte. Reinigen Sie sie nicht, sondern entsorgen Sie sie nach der Schicht und nehmen Sie am nächsten Tag ein neues Paar.
  4. Sichtkontrolle: Schauen Sie vor jedem Einsatz kurz hin. Die DGUV empfiehlt eine tägliche Sichtkontrolle durch die Nutzerinnen und Nutzer.

Verzichten Sie auf Desinfektionsmittel und aggressive Reiniger: Laut DGUV reicht normalerweise warmes Wasser mit einem üblichen Reinigungszusatz. Häufiges Reinigen oder ungeeignete Reinigungsmittel können das Material verändern und dadurch die Schalldämmung reduzieren.

Wie Sie wiederverwendbare Stöpsel danach richtig einsetzen, lesen Sie unter Ohrstöpsel richtig einsetzen. Ein Beispiel für wiederverwendbare Stöpsel ist WorkPRO (SNR 24 dB, 26,95 €): Sie bestehen aus hypoallergenem Silikon, sind flach gebaut und lassen sich nach den Herstellerangaben reinigen. Auf die Anleitung auf der Verpackung kommt es an.

Was belastet Gehörschutz bei Staub, Schweiß und Öl besonders?

Auf Baustellen und in Werkstätten ist der Gehörschutz Staub und Feuchtigkeit ausgesetzt, mehr dazu unter Gehörschutz auf der Baustelle. Wer Gehörschutz in Industrie und Produktion trägt, kommt zusätzlich mit Kühlschmierstoffen, Öl und Schweiß in Kontakt, mehr dazu unter Gehörschutz in Industrie und Produktion.

Die Faustregel: Je schmutziger die Umgebung, desto kürzer die Pausen zwischen Sichtkontrollen. Verschmutzte Stöpsel gehören nicht mit ungewaschenen Händen ins Ohr. Waschen Sie vor dem Einsetzen die Hände, auch in der Pause. Kapselgehörschutz hat den Vorteil, dass Sie die Dichtkissen schnell abwischen können, kein Stöpsel muss in den Gehörgang. Beide Bauarten im Vergleich finden Sie unter Kapselgehörschutz oder Ohrstöpsel.

Wann müssen Sie Gehörschutz oder Teile davon wechseln?

Eine feste Zahl an Tagen oder Einsätzen gibt es nicht. Nach Abschnitt 10 der DGUV Regel 112-194 gilt: Dichtkissen von Kapselgehörschützern müssen nach den Anweisungen des Herstellers ausgetauscht werden, insbesondere wenn sie ihre Form verändert haben, Risse oder Brüche zeigen oder ihre Funktion verloren haben. Austauschbare Stöpsel an Bügelgehörschützern wechseln Sie nach Herstellerangabe, zum Beispiel bei Verschleiß oder Verschmutzung.

Auch Alterung spielt eine Rolle: Stöpsel zum mehrfachen Gebrauch können bei längerer Lagerung hart oder spröde werden, und UV-Strahlung beeinflusst die Materialien. Lagern Sie Gehörschutz in Pausen sauber, in Beuteln oder Dosen, und schützen Sie ihn vor Sonne, Feuchtigkeit und extremen Temperaturen.

Warum teilen Sie Gehörschutz nicht mit Kollegen?

Gehörschutz sitzt im oder am Ohr und nimmt Hautschuppen, Schweiß und Ohrenschmalz auf. Aus Hygienegründen sollte jede Person ihren eigenen Gehörschutz tragen, auch bei Wechselschichten. Praktisch heißt das: ein Etui pro Person, beschriftet und getrennt gelagert.

Was muss der Betrieb nach § 8 Abs. 4 prüfen?

§ 8 LärmVibrationsArbSchV verlangt in Absatz 4: Der Zustand des ausgewählten persönlichen Gehörschutzes ist in regelmäßigen Abständen zu überprüfen. Stellt der Arbeitgeber dabei fest, dass die Anforderungen aus Absatz 2 Satz 2 nicht eingehalten werden, muss er unverzüglich die Gründe ermitteln und Maßnahmen ergreifen. Absatz 2 Satz 2 verlangt, dass der am Ohr einwirkende Lärm unter dem Gehörschutz höchstens 85 dB(A) beziehungsweise 137 dB(C) erreicht.

Für Betriebe heißt das: Zustand prüfen, defekte oder verschlissene Teile ersetzen, Aufbewahrung ermöglichen und die Beschäftigten zur Hygiene unterweisen. Auch das gehört zur DGUV Regel 112-194. Gehörschutz ist die letzte Stufe der Schutzmaßnahmen, erst nach technischen und organisatorischen Lösungen. Das ist keine Rechtsberatung, bei Unsicherheit hilft die Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Was tun bei Beschwerden im Ohr?

Bemerken Sie Hautreizungen oder andere Ohrprobleme während oder nach dem Tragen, sollten Sie das ärztlich abklären lassen. Die DGUV weist ausdrücklich darauf hin, dass dann zum Beispiel die Betriebsärztin oder der Betriebsarzt aufgesucht werden soll. Auch die HNO-Praxis ist eine gute Anlaufstelle. Nähere Details finden Sie in der DGUV Regel 112-194 „Benutzung von Gehörschutz“.

WorkPRO (SNR 24 dB, 26,95 €) ist passiv und senkt den Lärm um rund 24 dB (SNR, EN 352-2, H 24 / M 21 / L 19), geprüft von der PZT GmbH. Alles wird leiser, auch Sprache und Signale. Ein lautes Warnsignal bleibt hörbar, weil es laut ist. Die Version mit AR KI TECH wird per App vermessen und kostet 38,95 €.

Gibt es eine Pflegeanleitung für Motorradfahrer?

Wer privat Motorrad fährt, findet die Pflegeanleitung für diese Bauart unter Ohrstöpsel nach der Motorradfahrt reinigen.

Wie geht es weiter?

Wer den Gehörschutz sauber hält, trägt ihn auch gern. Lesen Sie als Nächstes, wie Sie Ohrstöpsel die ganze Schicht tragen, und wie sich Gehörschutz für Werkstatt und Handwerk unterscheidet.

Häufige Fragen zum Reinigen von Gehörschutz

Häufige Fragen

Das ist nicht nötig. Laut DGUV Regel 112-194 reicht für Dichtkissen und wiederverwendbare Stöpsel normalerweise warmes Wasser mit einem üblichen Reinigungszusatz. Ungeeignete Reinigungsmittel können das Material verändern und die Dämmwirkung verringern. Halten Sie sich an die Benutzerinformation des Herstellers.

Das hängt von Einsatz und Herstellerangabe ab. Bei Staub, Schweiß oder Öl am Arbeitsplatz sind sie schneller verschmutzt. Eine Sichtkontrolle sollten Sie nach der DGUV Regel 112-194 täglich durchführen, gereinigt wird nach der Verschmutzung und nach den Angaben des Herstellers.

Ersetzen Sie sie, wenn sie hart oder spröde werden, Risse zeigen, sich verformt haben oder dauerhaft verschmutzt sind. Schaumstoffstöpsel sind Einwegprodukte und gehören nach der Schicht in den Abfall.

Nach den Anweisungen des Herstellers. Laut DGUV Regel 112-194 ist ein Austausch insbesondere nötig, wenn die Kissen ihre Form verändert haben, Risse oder Brüche zeigen oder ihre Funktion verloren haben. Viele Hersteller bieten Hygienesets mit Ersatzkissen an.

Der Arbeitgeber muss den Zustand des ausgewählten Gehörschutzes nach § 8 Abs. 4 LärmVibrationsArbSchV in regelmäßigen Abständen überprüfen. Im Alltag gehört die tägliche Sichtkontrolle zu den Aufgaben der Trägerinnen und Träger.

Setzen Sie den Gehörschutz nicht einfach weiter ein. Lassen Sie Beschwerden von einer HNO-Ärztin, einem HNO-Arzt oder der Betriebsärztin abklären. Die DGUV weist darauf ausdrücklich hin.