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- Wie setzen Sie Ohrstöpsel aus Schaumstoff richtig ein?
- Wie setzen Sie vorgeformte Silikon-Stöpsel mit Lamellen ein?
- Wie sitzen Bügelstöpsel richtig?
- Woran erkennen Sie, dass der Gehörschutz richtig sitzt?
- Welcher Stöpsel passt zu welchem Gehörgang?
- Wann müssen Sie den Gehörschutz während der Schicht nachsetzen?
- Was verlangt das Arbeitsschutzrecht beim Gehörschutz?
- Worauf achten Sie bei Hygiene und Pflege?
- Welche Alternativen gibt es zum Stöpsel?
Das Wichtigste in Kürze
Rollen Sie den Stöpsel zu einer dünnen Rolle, ziehen Sie die Ohrmuschel mit der Gegenhand nach hinten oben, führen Sie ihn sofort tief in den Gehörgang ein und halten Sie ihn fest, bis er sich ausgedehnt hat. Die DGUV nennt dafür mindestens 30 Sekunden, besser ein bis zwei Minuten.
Der Lärm wird deutlich leiser und Ihre eigene Stimme klingt dumpfer. Zusätzlich hilft der Handtest: Legen Sie die Hände über die Ohren. Verändert sich der Klang kaum noch, sitzt der Stöpsel dicht.
Ohrmuschel nach hinten oben ziehen und den Stöpsel mit einer leichten Drehbewegung so tief einführen, dass mindestens eine Lamelle den Gehörgang vollständig abdichtet.
Prüfen Sie den Sitz nach dem Essen, nach starkem Schwitzen, nach dem Aufsetzen eines Helms und nach jeder Pause. Wird der Gehörschutz im Lärmbereich abgenommen, sinkt die tatsächliche Schutzwirkung deutlich.
Ja, setzen Sie Stöpsel nur mit sauberen Händen ein. Besonders bei vor Gebrauch zu formenden Stöpseln ohne Griff verlangt die DGUV vorherige Händereinigung bei Schmutz, Staub oder Arbeitsstoffen an den Händen.
Ein Gehörschützer schützt nur so gut, wie er sitzt. Die DGUV führt vier typische Benutzungsfehler auf: Schaumstoff nicht ausreichend zusammengerollt, nicht tief genug eingesetzt, nicht lange genug festgehalten und eine nicht passende Größe. Alle vier lassen sich durch saubere Technik beim Einsetzen vermeiden, und genau die zeigt Ihnen diese Anleitung. Sie gehört zum Themenbereich Ohrstöpsel für die Arbeit.
Die Schritte beruhen auf der DGUV-Präventionsleitlinie Einsatz von Gehörschutzstöpseln und auf der DGUV Regel 112-194 „Benutzung von Gehörschutz“. Hinweise des Herstellers Ihres Stöpsels haben im Zweifel Vorrang.
Wie setzen Sie Ohrstöpsel aus Schaumstoff richtig ein?
Schaumstoffstöpsel werden vor dem Einsetzen zu einer dünnen Rolle geformt und dehnen sich im Gehörgang innerhalb weniger Sekunden wieder aus. Genau dabei passieren die meisten Fehler, denn die DGUV hält fest, dass Fehler beim Einsetzen die Schalldämmung dieses Typs deutlich verringern können.
- Hände waschen oder reinigen. Schmutz und Staub an den Fingern gehören nicht in den Gehörgang.
- Den Stöpsel zwischen den Fingerspitzen zu einer möglichst dünnen, gleichmäßigen Rolle drehen und drücken.
- Mit der Gegenhand über den Kopf greifen und die Ohrmuschel nach hinten oben ziehen. Das begradigt den Gehörgang.
- Den gerollten Stöpsel sofort einführen, bevor er sich wieder ausdehnt, und so tief einschieben, dass er den Gehörgang abschließt.
- Mit dem Finger festhalten, bis er sich vollständig angelegt hat: mindestens 30 Sekunden, besser ein bis zwei Minuten.
- Sitzkontrolle durchführen (siehe unten) und bei Bedarf neu einsetzen.
Wie setzen Sie vorgeformte Silikon-Stöpsel mit Lamellen ein?
Vorgeformte Stöpsel müssen nicht gerollt werden und lassen sich mehrfach am Tag einsetzen. Der WorkPRO gehört zu dieser Gruppe: ein Stöpsel aus hypoallergenem Silikon mit Lamellen, die den Gehörgang abdichten. So gehen Sie vor:
- Hände reinigen und den Stöpsel auf Form und Sauberkeit prüfen.
- Die Ohrmuschel mit der Gegenhand nach hinten oben ziehen.
- Den Stöpsel mit einer leichten Drehbewegung in den Gehörgang einführen.
- So tief einsetzen, dass mindestens eine Lamelle den Gehörgang vollständig abdichtet; dann loslassen und den Sitz prüfen.
- Sitzt der Stöpsel unangenehm oder dichtet er nicht, entnehmen Sie ihn und setzen ihn erneut ein, statt ihn im Ohr zu verschieben.
Die DGUV empfiehlt bei vorgeformten Stöpseln ausdrücklich Drehbewegungen beim Einsetzen und das Ziehen am Ohr, um den Gehörgang zu begradigen.
Wie sitzen Bügelstöpsel richtig?
Bügelstöpsel bestehen aus vorgeformten Stöpseln an einem Bügel. Laut DGUV sind sie angenehm, wenn der Gehörschutz häufig auf- und abgesetzt werden muss.
- Die Stöpsel wie vorgeformte Stöpsel einsetzen: Ohrmuschel nach hinten oben ziehen, Stöpsel leicht drehend einführen.
- Den Bügel je nach Modell im Nacken, über dem Kopf oder unter dem Kinn tragen.
- Bei Pausen die Stöpsel am Bügel herunterhängen lassen und beim Wiederaufsetzen den Sitz erneut kontrollieren.
Woran erkennen Sie, dass der Gehörschutz richtig sitzt?
Eine Sitzkontrolle dauert nur Sekunden. Achten Sie auf drei Dinge:
- Der Lärm wird deutlich leiser. Ist die Umgebung kaum gedämpft, sitzt der Stöpsel nicht tief genug oder dichtet nicht.
- Handtest: Legen Sie beide Hände über die Ohren. Verändert sich der Klang kaum, ist der Gehörgang abgeschlossen. Wird es mit den Händen spürbar leiser, setzen Sie neu ein.
- Zupftest: Ziehen Sie vorsichtig am Stöpsel. Ein dichter Sitz bietet spürbar Widerstand.
Ihre eigene Stimme klingt mit gut sitzendem Gehörschutz dumpfer. Das ist der sogenannte Okklusionseffekt und bei einem dichten Sitz normal.
Welcher Stöpsel passt zu welchem Gehörgang?
Die Größe ist ein häufiger Grund für schlechten Sitz. Der WorkPRO (SNR 24 dB, H 24 / M 21 / L 19, geprüft nach EN 352-2 bei der PZT GmbH, hypoallergenes Silikon, patentiertes Design, gelb, 26,95 €) baut flach und passt dadurch auch unter Kapselgehörschutz oder Helm. Er dämpft passiv: Alles wird um rund 24 dB leiser, und ein lautes Warnsignal bleibt hörbar, weil es laut ist, nicht weil ein Filter es durchlässt.
Wenn Standardstöpsel bei Ihnen drücken oder nicht halten, bietet der WorkPRO mit AR KI TECH Ohrmessung (38,95 €) eine Alternative: Ihr Gehörgang wird per App vermessen und die Größe darauf abgestimmt. Die Vermessung ersetzt keine Anpassung durch Fachpersonal und keine ärztliche Beratung.
Wann müssen Sie den Gehörschutz während der Schicht nachsetzen?
Der Sitz verändert sich im Arbeitsalltag: durch Kauen und Sprechen, durch Schweiß, durch das Aufsetzen eines Helms oder einer Schutzbrille und durch Bewegung. Kontrollieren Sie den Sitz deshalb nach jeder Pause und nach jedem Wechsel der Schutzausrüstung. Auf der Baustelle ist das besonders wichtig; mehr dazu lesen Sie bei Gehörschutz auf der Baustelle.
Wichtiger noch ist die Tragedauer. Das DGUV-Rechenbeispiel zeigt es deutlich: Bei einem Tages-Lärmexpositionspegel von 105 dB(A) und einem Gehörschützer mit 30 dB Dämmung liegt der am Ohr wirksame Pegel bei 75 dB(A), wenn Sie ihn acht Stunden tragen. Lassen Sie ihn 30 Minuten weg, steigt er auf 93 dB(A) (DGUV Regel 112-194).
Was verlangt das Arbeitsschutzrecht beim Gehörschutz?
Nach der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung muss der Arbeitgeber ab einem Tages-Lärmexpositionspegel von 80 dB(A) bzw. einem Spitzenschalldruckpegel von 135 dB(C) Gehörschutz bereitstellen. Ab 85 dB(A) bzw. 137 dB(C) ist das Tragen Pflicht und der Bereich als Lärmbereich zu kennzeichnen. Unter dem Gehörschutz dürfen höchstens 85 dB(A) bzw. 137 dB(C) am Ohr ankommen. Der Gehörschutz ist dabei die letzte Stufe der Schutzmaßnahmen, nach technischen und organisatorischen Maßnahmen.
Für die Auswahl rechnet die DGUV mit einem Praxisabschlag, weil ungeübte Träger die Laborwerte nicht erreichen: 9 dB bei vor Gebrauch zu formenden Stöpseln und 5 dB bei vorgeformten Stöpseln. Nur nach regelmäßiger Unterweisung mit praktischen Übungen darf der Abschlag entfallen. Welchen Wert Sie brauchen, erklärt der Beitrag wie viel Gehörschutz brauche ich; Vergleichsmodelle finden Sie unter bester Gehörschutz für die Arbeit. Eine rechtliche Beratung ersetzt das nicht.
Worauf achten Sie bei Hygiene und Pflege?
Setzen Sie Stöpsel nur mit sauberen Händen ein und reinigen Sie wiederverwendbare Modelle nach den Herstellerangaben. Verformte oder verhärtete Stöpsel gehören ausgetauscht. Bemerken Sie Hautreizungen im Gehörgang, suchen Sie die Betriebsärztin oder den Betriebsarzt oder eine HNO-Praxis auf; die DGUV empfiehlt in dem Fall kurzfristig Kapselgehörschutz.
Welche Alternativen gibt es zum Stöpsel?
Wer Stöpsel nicht verträgt, findet in der Gegenüberstellung Kapselgehörschutz oder Ohrstöpsel bei der Arbeit eine Entscheidungshilfe; für laute Fertigungsumgebungen lohnt der Blick auf Gehörschutz in Industrie und Produktion. Wenn Sie Ohrstöpsel für Musik oder Konzerte suchen, lesen Sie Ohrstöpsel richtig einsetzen für Musiker.
Häufige Fragen zum Einsetzen
Tief genug, dass er den Gehörgang akustisch abschließt. Die DGUV führt ungenügend tiefes Einsetzen als typischen Benutzungsfehler auf. Bei Lamellenstöpseln muss mindestens eine Lamelle vollständig abdichten.
Versuchen Sie einen anderen Gehörschützer oder eine andere Größe. Die DGUV weist darauf hin, dass vorgeformte Stöpsel wegen der unterschiedlichen Gehörgangsformen Druckempfindungen verursachen können. Bei Hautreizungen im Gehörgang sprechen Sie mit Ihrer Betriebsärztin oder Ihrem Betriebsarzt oder mit einer HNO-Ärztin oder einem HNO-Arzt.
Ja, die Kombination wird bei sehr hohen Pegeln eingesetzt. Ein flach bauender Stöpsel wie der WorkPRO passt unter den Kapselgehörschutz. Ob eine Kombination für Ihren Arbeitsplatz nötig ist, klärt die Gefährdungsbeurteilung.
Nach den Angaben des Herstellers. Die DGUV weist darauf hin, dass sich durch sehr häufiges Reinigen das Material verändern und die Schalldämmung sinken kann. Verformte oder verhärtete Stöpsel tauschen Sie aus.
Nein. Bereits kurze Tragepausen im Lärm verringern die über den Tag gemittelte Schutzwirkung erheblich. Die DGUV rechnet ein Beispiel vor: Bei 105 dB(A) und einem Gehörschützer mit 30 dB Dämmung ergeben acht Stunden Tragen 75 dB(A), 30 Minuten ohne Gehörschutz bereits 93 dB(A).
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