Ohrstöpsel zum Schnorcheln: Was an der Oberfläche gilt und was nicht

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Key Takeaways

Zwingend nötig sind sie nicht. Wenn du im Urlaub aber mehrere Tage hintereinander im Meer schnorchelst und danach oft Wasser im Ohr spürst, können wasserabweisende Silikon-Ohrstöpsel helfen, das Wasser aus dem Gehörgang fernzuhalten. Das ist eine Frage des Komforts und der Vorsorge, keine Pflicht.
Ja, an der Wasseroberfläche. Laut dem Divers Alert Network (DAN) hat die Verwendung von Ohrstöpseln bei Oberflächenaktivitäten keine wahrscheinlichen Folgen, weil sich der Druck an der Oberfläche nicht ändert. Das gilt aber nur, solange du an der Oberfläche bleibst.
Nein. Beim Abtauchen steigt der Wasserdruck, die Luft zwischen Stöpsel und Trommelfell wird zusammengedrückt, und der Stöpsel wird tiefer in den Gehörgang gedrückt. Das kann ein Barotrauma des Ohres verursachen. Nimm die Ohrstöpsel vor jedem Abtauchen heraus.
Das DAN empfiehlt keine Ohrstöpsel zum Tauchen, auch keine belüfteten Modelle: Sie lassen Wasser in den Gehörgang, und ein verstopftes Belüftungsloch wirkt wie ein geschlossener Stöpsel. Das gilt erst recht fürs Gerätetauchen und Freitauchen.
Beim Schnorcheln bist du im Urlaub oft mehrmals täglich und an mehreren Tagen in Folge im Wasser, und die Maskenbänder und die Kopfhaltung begünstigen es, dass Wasser im Gehörgang stehen bleibt. Bei anhaltenden Ohrschmerzen oder Druckgefühl sprich bitte mit einer HNO-Ärztin oder einem HNO-Arzt.
Watersafe+ (24 dB SNR im trockenen Zustand, medizinisches Silikon, wasserabweisend) hilft, Wasser aus dem Gehörgang fernzuhalten, ohne tief eingesetzt zu werden. Das 2-Lamellen-Design ist für Schwimmen und Wassersport gedacht, nicht fürs Tauchen.

Die meisten kaufen Ohrstöpsel zum Schnorcheln, nachdem sie im Urlaub mehrere Tage im Meer waren und das Wasser im Ohr einfach nicht mehr weggehen wollte. Im Mittelmeer, im Roten Meer oder auf den Kanaren schnorchelst du schnell zwei Stunden am Stück, und das an einem Tag nach dem anderen. Der Gehörgang bekommt dann kaum Zeit zum Abtrocknen.

Wichtiger als die Frage „Stöpsel ja oder nein“ ist eine andere: Bleibst du an der Oberfläche, oder tauchst du ab? Das Divers Alert Network (DAN) unterscheidet genau das. Für Oberflächenaktivitäten sind Ohrstöpsel unproblematisch, zum Tauchen nicht.

Was macht Schnorcheln mit den Ohren?

Beim Schnorcheln an der Wasseroberfläche gibt es keinen Druckunterschied zwischen Gehörgang und Umgebung. Der Druck, der Taucherinnen und Tauchern zu schaffen macht, spielt für dich, solange du an der Oberfläche schwimmst und auf die Fische schaust, keine Rolle. Was bleibt, ist der Kontakt mit Wasser: Es läuft in den äußeren Gehörgang und bleibt dort, besonders wenn das Maskenband eng sitzt.

Wer am Urlaubsort jeden Tag stundenlang im Wasser ist, hat deutlich mehr Wasserkontakt als bei einem Besuch im Schwimmbad. Manche merken das erst am vierten oder fünften Tag als Druckgefühl oder Jucken im Ohr. Bei Schmerzen, Ausfluss oder nachlassendem Gehör gehört das ärztlich abgeklärt, am besten bei der HNO-Praxis.

Kann ich normale Schwimm-Ohrstöpsel zum Schnorcheln tragen?

An der Oberfläche ja. Das DAN beschreibt in seinem Beitrag, dass es beim Schwimmen und bei anderen Oberflächenaktivitäten keinen Druckwechsel gibt und der Gebrauch von Ohrstöpseln deshalb keine wahrscheinlichen Folgen hat. Für die meisten Urlaubsschnorchler, die mit der Maske im Wasser treiben, sind wasserabweisende Silikon-Ohrstöpsel deshalb eine passende Wahl.

Eine Garantie für völlig trockene Ohren gibt es allerdings nicht. In einer Studie zur Wirksamkeit handelsüblicher Ohrstöpsel gelangte beim Schwimmen an der Oberfläche in einem Teil der Ohren trotzdem Wasser hinter den Stöpsel; die Untersuchung von Mahboubi und Kollegen (2013) fand das bei 44 % der Ohren. Ein guter Sitz ist deshalb wichtiger als jedes Versprechen auf der Packung.

Was passiert, wenn ich mit Ohrstöpseln abtauche?

Sobald du abtauchst, steigt der Wasserdruck. Ein Ohrstöpsel schließt einen kleinen Luftraum zwischen Stöpsel und Trommelfell ein, und diesen Raum kann dein Körper nicht ausgleichen. Nach dem Boyle-Mariotte-Gesetz wird die eingeschlossene Luft mit zunehmendem Druck zusammengedrückt. Der Stöpsel wird tiefer in den Gehörgang gedrückt, und das Trommelfell kann nach außen gewölbt werden. Das DAN beschreibt, dass das Trommelfell dabei im schlimmsten Fall reißen kann.

Fachleute sprechen von einem Barotrauma des Ohres. Ein Fallbericht aus der Tauch- und Überdruckmedizin beschreibt einen Zusammenhang zwischen Ohrstöpsel und Barotrauma. Die amerikanische HNO-Gesellschaft (ENT Health) weist außerdem darauf hin, dass das Trommelfell sehr dünn und druckempfindlich ist und der Druck in der Paukenhöhle beim Abtauchen ausgeglichen werden muss.

Deshalb gilt eine einfache Regel: Ohrstöpsel gehören nur an die Oberfläche. Wenn du kurz abtauchen willst, etwa um eine Muschel oder einen Fisch aus der Nähe anzusehen, nimm die Stöpsel vorher heraus. Beim Freitauchen und beim Gerätetauchen haben sie ohnehin nichts im Ohr verloren.

Gibt es belüftete Ohrstöpsel für Tauchgänge?

Belüftete Modelle werben damit, den Druck auszugleichen. Das DAN sieht das kritisch: Durch das Belüftungsloch gelangt Wasser in den Gehörgang, der Stöpsel hält das Ohr also nicht trocken. Verstopft das Loch durch Ohrenschmalz oder Schmutz, wirkt der Stöpsel wie ein geschlossener und kann ebenfalls zu einem Barotrauma führen. Das DAN empfiehlt deshalb keine Ohrstöpsel zum Tauchen, auch nicht diese.

Wenn du regelmäßig tauchst oder mit Paukenröhrchen oder einem Trommelfelldefekt unterwegs bist, besprich das vor der Reise mit deiner HNO-Ärztin oder deinem HNO-Arzt.

Welche Ohrstöpsel eignen sich zum Schnorcheln an der Oberfläche?

Für das Schnorcheln an der Oberfläche eignen sich wasserabweisende Ohrstöpsel aus weichem, medizinischem Silikon, die den äußeren Gehörgang abdichten, ohne tief eingesetzt zu werden. Schaumstoff-Stöpsel sind ungeeignet: Sie saugen sich mit Wasser voll und verlieren bei Nässe ihre Form.

Aktivität Druck auf das Ohr Ohrstöpsel?
Schnorcheln an der Oberfläche Kein Druckunterschied Wasserabweisende Schwimm-Ohrstöpsel möglich
Abtauchen beim Schnorcheln Druck steigt mit dem Abtauchen Stöpsel vorher herausnehmen
Freitauchen Deutlich erhöht Nein, bei Fragen HNO-Praxis
Gerätetauchen Hoch Nein, laut DAN nicht empfohlen

Bei Bollsen sind die Watersafe+ Schwimm-Ohrstöpsel für die Wasseroberfläche gedacht: weiches, medizinisches Silikon, ein 2-Lamellen-Design und 24 dB SNR im trockenen Zustand. Sie sind wasserabweisend und helfen, Wasser aus dem Gehörgang fernzuhalten. Fürs Tauchen sind sie ausdrücklich nicht gedacht. Einen Überblick über andere Wassersportarten findest du im Ratgeber Ohrstöpsel für Wassersport.

Wie halte ich beim Schnorcheln Wasser aus den Ohren?

Am besten setzt du die Ohrstöpsel ein, bevor du die Maske aufsetzt. So drückt das Maskenband beim Festziehen nicht auf den Stöpsel und löst ihn nicht aus dem Sitz. Wie du die Stöpsel richtig platzierst, steht im Ratgeber Sind Ohrstöpsel zum Schwimmen sicher? und für Seen und Meer im Beitrag Ohrstöpsel fürs Freiwasserschwimmen.

Nach dem Schnorcheln neigst du den Kopf zu jeder Seite, damit Wasser aus dem äußeren Gehörgang ablaufen kann, und tupfst die Ohrmuschel mit einem sauberen Handtuch trocken. Verzichte auf Wattestäbchen im Gehörgang: Sie schieben Feuchtigkeit und Ohrenschmalz weiter nach innen und können die empfindliche Haut reizen.

Wer schon einmal Probleme mit den Ohren hatte, zum Beispiel Paukenröhrchen, einen Trommelfelldefekt oder eine Ohroperation, spricht vor dem Urlaub mit der HNO-Praxis, ob und welche Wassersportarten infrage kommen. Das gilt unabhängig davon, welche Ohrstöpsel du benutzt.

Wenn dir beim Schwimmen oft ein Stöpsel herausrutscht, findest du im Beitrag über Ohrstöpsel, die beim Schwimmen nicht rausfallen, Tipps zu Sitz und Passform. Alle Ratgeber rund um Gehörschutz im Wasser sammelt unsere Übersicht Ohrstöpsel für Wasser.

Ohrstöpsel zum Schnorcheln sind vor allem eine Frage von Komfort und Vorsorge im Urlaub. Die wichtigste Regel ist einfach: Sie gehören an die Wasseroberfläche. Zum Abtauchen nimmst du sie heraus.