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Key Takeaways
Er muss auch nach einem Wipe-out im Ohr sitzen, kaltes Wasser und Fahrtwind vom Gehörgang fernhalten und dich im Line-up noch hören lassen, wenn auch leiser. Ein Silikonstöpsel mit zwei Lamellen erfüllt das besser als Schaumstoff, der sich mit Wasser vollsaugt.
Das hängt vor allem von Größe und Einsetztechnik ab. Zieh das Ohrläppchen nach hinten und unten, setz den Stöpsel mit leichter Drehung ein und prüf den Halt mit einem sanften Zug. Ein guter Sitz hilft, aber garantieren lässt sich nichts.
Ja, aber leiser. Der Watersafe+ dämpft passiv mit SNR 24 dB, Hochtöne stärker als tiefe. Wellenrauschen, Rufe und andere Surfer nimmst du gedämpft wahr. Wenn du etwas Wichtiges nicht mehr hörst, nimm den Stöpsel heraus.
Ja. Bei Wind- und Kitesurfen, Wingfoilen und SUP in den Wellen kommt mehr Fahrtwind dazu, die Sitzprüfung und die Grenzen bleiben gleich.
Surferohr (Gehörgangsexostose) ist eine knöcherne Verengung des Gehörgangs, die bei Kälte- und Windbelastung häufiger auftritt. Hier findest du nur einen Überblick, Beschwerden gehören zum HNO-Arzt.
Du paddelst raus, die Welle bricht früher als gedacht, und im nächsten Moment steckst du in der Waschmaschine. Danach läuft kaltes Wasser ins Ohr, oder der Ohrstöpsel ist einfach weg. Das kennt jeder, der regelmäßig surft. Ein Ohrstöpsel zum Surfen muss deshalb mehr leisten als einer fürs Schwimmbecken: Er sollte im Shorebreak und beim Duckdive sitzen bleiben, Wind und kaltes Wasser vom Gehörgang fernhalten und dich im Line-up noch hören lassen.
Dieser Ratgeber zeigt, worauf es bei Passform und Halt ankommt, wie viel du mit Stöpseln im Wasser noch hörst und was du über Surferohr wissen solltest. Er ist für Wellenreiter geschrieben, gilt aber genauso für Wind- und Kitesurfer, Wingfoiler und SUP-Fahrer in den Wellen.
Was muss ein Ohrstöpsel zum Surfen können?
Drei Dinge. Er muss sitzen, auch wenn dich eine Welle durchschüttelt. Er muss Wasser und Wind vom Gehörgang fernhalten, soweit das ein Stöpsel überhaupt kann. Und er muss Hören zulassen, denn im Wasser ist dein Gehör auch ein Sicherheitssinn.
Schaumstoff fällt dabei durch, weil er sich mit Wasser vollsaugt und aufquillt. Besser geeignet ist ein Silikonstöpsel mit zwei Lamellen, wie ihn der Watersafe+ hat. Silikon ist wasserabweisend, die Lamellen legen sich an die Wand des Gehörgangs an und helfen, kaltes Wasser draußen zu halten. Dazu gehört ein Metallbehälter, in dem der Stöpsel nach der Session trocken liegt.
Wie bleibt ein Ohrstöpsel bei Wipe-outs im Ohr?
Der häufigste Grund für verlorene Stöpsel ist nicht der Stöpsel, sondern die Größe oder das Einsetzen. Zieh das Ohrläppchen sanft nach hinten und unten, damit sich der knorpelige äußere Teil des Gehörgangs streckt, und dreh den Stöpsel mit leichtem Druck ein. Er gehört an den Eingang des Gehörgangs, nicht tief hinein. Zieh danach ganz leicht daran: Bleibt er fest, sitzt er.
Wenn Standardgrößen bei dir nicht halten, ist die Variante Watersafe+ mit AR KI Tech Ohrmessung eine Option, weil die Größe vorab an deinem Ohr bestimmt wird. Wer trotzdem Angst vor dem Verlust hat, kann ein dünnes Verbindungsband zur Neoprenkapuze oder zum Anzug ergänzen. Nötig ist es bei gutem Sitz nicht. Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du im Ratgeber Ohrstöpsel richtig einsetzen beim Schwimmen.
Wie viel hörst du im Line-up noch?
Weniger. Ein Ohrstöpsel für Wassersport ist ein passiver Gehörschutz: Der Watersafe+ dämpft mit einem Einzahlwert von SNR 24 dB (geprüft nach EN 352-2, im Trockenen). Die Dämpfung ist nicht gleichmäßig. Hohe Frequenzen werden stärker abgeschwächt als tiefe, Stimmen und das Zischen einer Welle klingen deshalb dumpfer.
Das ist im Line-up relevant. Rufe, ein herannahendes Board oder ein Jetski sind mit Stöpseln leiser zu hören. Verlass dich deshalb stärker auf Blickkontakt, und überleg, ob du bei viel Verkehr im Wasser oder in unbekannten Spots mit Stöpseln surfen willst. Wenn du etwas Wichtiges nicht mehr mitbekommst, nimm den Stöpsel heraus. Geeignet ist er für dich, wenn du dich damit sicher fühlst.
Kaltes Wasser, Wind und Surferohr: Was Studien sagen
Wer oft in kaltem Wasser surft, hat ein höheres Risiko für Surferohr, medizinisch Gehörgangsexostose. Dabei wächst Knochen im Gehörgang und verengt ihn. Eine US-Studie mit 202 Surfern fand bei 38 % eine solche Exostose, Surfer in kälterem Wasser waren deutlich häufiger betroffen, und mit jedem Surfjahr stieg das Risiko um etwa 12 % (Kroon et al., 2002). Eine Untersuchung an 130 Wind- und Kitesurfern an der deutschen Küste fand bei 75,1 % der untersuchten Ohren Exostosen (PMC8986730). In einer weiteren Studie an Wind- und Kitesurfern ging das Tragen einer Neoprenhaube mit schwächer ausgeprägten Exostosen einher (PMC10772022).
Ob Ohrstöpsel daran etwas ändern, zeigen diese Studien nicht, und wir behaupten es deshalb auch nicht. Was ein Stöpsel tun kann, ist, Wind und kaltes Wasser im Moment des Surfens vom Gehörgang fernzuhalten. Mehr zu Ursachen, Anzeichen und Behandlung liest du in unserem Artikel zu Surferohr und Gehörgangsexostose. Bei verengtem oder verstopftem Gehörgang, Schmerzen, Ausfluss oder nachlassendem Hören geh bitte zum HNO-Arzt. Allgemeine Informationen zu Entzündungen des Gehörgangs bietet auch gesundheitsinformation.de.
Gilt das auch fürs Windsurfen, Kiten, Wingen und SUP?
Im Prinzip ja. Bei Windsurfen, Kiten und Wingfoilen kommt dauerhafter Fahrtwind dazu, der das Ohr zusätzlich auskühlt, und die Sessions dauern oft länger. Für SUP in den Wellen gelten dieselben Regeln wie beim Wellenreiten. Entscheidend sind in allen Disziplinen Größe, Sitzprüfung und die Frage, ob du im Wasser noch genug hörst. Einen allgemeinen Überblick über Wassersportarten findest du im Artikel Ohrstöpsel für Wassersport, auf der Seite Ohrstöpsel für Surfer und auf unserer Themenseite Ohrstöpsel für Wasser.
Surfst du im Winter oder im Eiswasser, helfen dir außerdem unser Ratgeber zu Ohrstöpseln für kaltes Wasser und der Artikel zum Freiwasserschwimmen weiter. Beides findest du in dieser Reihe.
Wie pflegst du Surf-Ohrstöpsel?
Spül den Stöpsel nach der Session mit Süßwasser ab, damit Salz und Sand nicht am Silikon bleiben. Lass ihn trocknen und leg ihn dann in den Metallbehälter. Kein Wattestäbchen, keine harte Bürste. Wird das Silikon rissig, verformt oder sitzt der Stöpsel nicht mehr fest, tausch ihn aus. Ohrstöpsel gibst du nicht an andere weiter.
Wo liegen die Grenzen?
Der Watersafe+ ist für Wassersport an der Oberfläche gedacht: Surfen, Schwimmen, Schnorcheln. Zum Tauchen ist er nicht geeignet. Beim Abtauchen ändert sich der Druck, und ein Standardstöpsel gleicht ihn nicht aus. Eine Tiefenangabe gibt es nicht. Für Kinder unter drei Jahren sind Ohrstöpsel generell nicht gedacht. Hast du Paukenröhrchen, ein perforiertes Trommelfell oder eine aktuelle Ohrenentzündung, sprich vorher mit deinem HNO-Arzt, bevor du ins Wasser gehst. Kein Ohrstöpsel ersetzt eine ärztliche Abklärung.
Ob im Meer, am Beachbreak oder im Winter: Bei Ohrstöpseln zum Surfen entscheiden Passform, Halt und ehrliches Hören. Wenn du dir bei der Größe unsicher bist, kommst du mit der Ohrmessung am sichersten zu einem passenden Stöpsel. Allgemeine Fragen zur Sicherheit beantwortet unser Artikel „Sind Ohrstöpsel zum Schwimmen sicher?“, und die Auswahl für Bahnen findest du im Ratgeber Die besten Ohrstöpsel zum Schwimmen.
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