Schwimmerohr vorbeugen: So bleibt das Ohr beim Schwimmen trocken und geschützt

⏱️ Geschätzte Lesezeit: 10 Min.

Mit KI zusammenfassen

Key Takeaways

Der Kern ist einfach: möglichst wenig Wasser im Gehörgang, und das, was doch hineingelangt, nach dem Schwimmen wieder herauslassen. Dazu gehören gut sitzende Ohrstöpsel, ein ruhiger Umgang mit dem Ohr (nichts hineinstecken) und gründliches, schonendes Trocknen.

Gut sitzende Schwimm-Ohrstöpsel aus Silikon helfen, Wasser aus dem Gehörgang fernzuhalten. Entscheidend ist der Sitz: Schlecht sitzende Stöpsel können die empfindliche Haut reizen und Wasser an der Gehörgangswand festhalten. Ein Schutz vor Infektionen ist das nicht, und bei Beschwerden gehst du zum HNO-Arzt.

Schwimmerohr (Otitis externa) ist eine Entzündung des äußeren Gehörgangs. Das Surferohr (Exostosen) sind dagegen knöcherne Wucherungen im Gehörgang, die sich nach jahrelanger Kälte- und Windbelastung bilden können. Beides ist unterschiedlich, die Schutzgewohnheiten überschneiden sich nur teilweise.

Neige den Kopf zur Seite und ziehe die Ohrmuschel sanft nach hinten und oben, damit Restwasser ablaufen kann. Mit dem Handtuch tupfst du nur die Ohrmuschel trocken. Ein Föhn auf niedrigster Stufe und mit mindestens 30 cm Abstand kann helfen, ist aber kein Muss. Stecke nie Wattestäbchen oder Finger ins Ohr.

Sprich vorab mit deinem HNO-Arzt. Viele HNO-Ärzte empfehlen bei Paukenröhrchen Ohrstöpsel für Schwimmen im See oder Meer und beim Untertauchen. Was für dich gilt, entscheidet dein Arzt.

Bei Ohrenschmerzen, Ausfluss, Druckgefühl oder nachlassendem Hörvermögen solltest du das Schwimmen pausieren und zum HNO-Arzt gehen. Verwende keine Tropfen oder Hausmittel auf Verdacht, vor allem nicht bei Paukenröhrchen oder einem Loch im Trommelfell.

Wer regelmäßig schwimmt, kennt das Gefühl: Das Ohr juckt, fühlt sich verstopft an, und man fragt sich, ob man etwas falsch gemacht hat. Meistens liegt es nicht an Pech, sondern an kleinen Gewohnheiten rund ums Schwimmen: wie viel Wasser im Gehörgang bleibt, wie lange es dort bleibt und wie das Ohr danach behandelt wird. Wer Schwimmerohr vorbeugen möchte, kann an genau diesen Stellen ansetzen. Dieser Ratgeber ordnet die Gewohnheiten nach dem Ablauf eines Schwimmtags: vorher, währenddessen, danach. Mehr zu Ohrstöpsel für Wasser findest du auf unserer Themenseite.

Warum entsteht Schwimmerohr überhaupt?

Der äußere Gehörgang ist von einer dünnen Haut ausgekleidet und von Ohrenschmalz leicht sauer geschützt. Bleibt Wasser lange im Gehörgang, kann dieser Schutzfilm aus dem Gleichgewicht geraten, und Bakterien oder Pilze finden ein feuchtwarmes Milieu. Eine PMC-Übersichtsarbeit von 2024 zur Otitis externa beschreibt Feuchtigkeit und die Veränderung des Gehörgangsmilieus als zentrale Faktoren. Wie sich daraus eine Entzündung entwickelt, erklärt unser Artikel wie eine Schwimmerohrentzündung entsteht ausführlich.

Auch die Haut selbst spielt eine Rolle. Wattestäbchen, Fingernägel oder Gegenstände, mit denen man einen Juckreiz lindern will, können winzige Verletzungen verursachen. Deshalb gilt in fast allen Empfehlungen derselbe Grundsatz: Nichts in den Gehörgang stecken, weder zum Trocknen noch zum Kratzen. Bei offenen Gewässern kommt hinzu, dass die Wasserqualität schwanken kann. Informiere dich vor dem Baden über die Badegewässerqualität an deinem See oder Strand.

Wie sieht eine Routine für vorher, währenddessen und danach aus?

Statt einer losen Tippliste hilft eine feste Reihenfolge. Sie ist leichter durchzuhalten, weil jeder Schritt zu einem klaren Zeitpunkt gehört.

Vor dem Schwimmen

Setze deine Schwimm-Ohrstöpsel ein, bevor du ins Wasser gehst. Ein nur halb sitzender Stöpsel lässt Wasser vorbei und hält es an der Gehörgangswand fest, das ist manchmal unangenehmer als gar kein Stöpsel. Wichtig ist deshalb der Sitz, nicht der Preis. Ein Silikonstöpsel mit mehreren Dichtlippen liegt an mehreren Stellen an und verrutscht bei Sprüngen und Wenden weniger leicht. Wer unsicher ist, welcher Typ passt, findet im Ratgeber Arten von Ohrstöpseln zum Schwimmen einen Überblick.

Während des Schwimmens

Prüfe den Sitz nach Sprüngen, Tauchzügen und Rollwenden. Spürst du Wasser im Ohr, unterbrich kurz und setze den Stöpsel neu. Eine Badekappe über den Ohrstöpseln kann zusätzlich helfen, vor allem im offenen Wasser mit Wellengang. Schwimm-Ohrstöpsel sind für Schwimmen und Schnorcheln an der Oberfläche gedacht, nicht zum Tieftauchen oder Gerätetauchen, denn dort spielt der Druckausgleich eine Rolle.

Nach dem Schwimmen

Nimm die Stöpsel vorsichtig heraus, neige den Kopf zu beiden Seiten und ziehe die Ohrmuschel sanft nach hinten und oben, damit Restwasser ablaufen kann. Tupfe nur die Ohrmuschel mit einem Handtuch ab. Bleibt das Ohr feucht, kann ein Föhn auf niedrigster Stufe mit mindestens 30 cm Abstand helfen. Wie du hartnäckiges Restwasser sicher herausbekommst, steht in unserem Artikel Wasser im Ohr rausbekommen. Reinige und trockne die Stöpsel nach jeder Einheit.

Auf selbst gemischte Tropfen oder Hausmittel verzichtest du am besten. Bei einem Loch im Trommelfell, bei Paukenröhrchen oder einer bestehenden Entzündung können sie das Ohr reizen. Wenn du dazu etwas anwenden möchtest, lass dich vorher von deinem HNO-Arzt oder in der Apotheke beraten.

Warum ist der Sitz der Ohrstöpsel so wichtig?

Gut sitzende Silikon-Ohrstöpsel helfen, Wasser aus dem Gehörgang fernzuhalten. Schlecht sitzende Stöpsel können dagegen das Gegenteil bewirken: Die PMC-Arbeit weist darauf hin, dass ungeeignete Ohrstöpsel die Haut reizen und Feuchtigkeit am Gehörgang halten können. Wenn Schwimm-Ohrstöpsel bei dir „nicht funktionieren“, liegt es deshalb oft am Sitz, nicht am Prinzip. Schaumstoff ist für Wasser ungeeignet, weil er sich vollsaugt. Silikon dagegen ist wasserabweisend und wiederverwendbar.

Watersafe+ ist ein wasserabweisender, wiederverwendbarer Silikon-Ohrstöpsel mit mehreren Dichtlippen, der beim Schwimmen helfen soll, Wasser aus dem Gehörgang fernzuhalten. Er dämpft laut Prüfung mit 24 dB SNR (im trockenen Zustand gemessen), du hörst deine Umgebung also weiterhin, nur leiser. Der Preis liegt bei 26,95 €. Wenn du wissen möchtest, welche Modelle für welchen Schwimmstil geeignet sind, hilft dir unser Vergleich die besten Ohrstöpsel zum Schwimmen. Bei der Größenwahl unterstützt dich die AR KI TECH, die anhand eines Fotos eine passende Größe vorschlägt.

Wie sicher sind Schwimm-Ohrstöpsel im Alltag?

Hochwertige Silikon-Ohrstöpsel sind bei richtiger Anwendung gut verträglich. Eine AAFP-Übersicht von 2023 zur akuten Otitis externa stellt fest, dass es keine Studien speziell zu Ohrstöpseln im Alltag gibt, und beschreibt Ohrstöpsel als praktische Maßnahme, um Wasser abzuhalten. Heißt: Sie sind eine sinnvolle Gewohnheit, aber kein medizinischer Schutz. Gehe schonend vor, drücke sie nie gewaltsam in den Gehörgang und reinige sie regelmäßig.

Treten beim Tragen Schmerzen, Jucken oder Ausfluss auf, nimm die Stöpsel heraus und lass das Ohr abklären. Das sind Anzeichen für eine Reizung oder eine beginnende Entzündung.

Was gilt bei Paukenröhrchen?

Bei Paukenröhrchen kann Wasser durch das Röhrchen ins Mittelohr gelangen, deshalb ist hier Vorsicht geboten. Ob und wie du schwimmen darfst, entscheidet allein dein HNO-Arzt: Viele HNO-Ärzte raten bei See, Meer oder Untertauchen zu Ohrstöpseln. Frag nach, was für dein Röhrchen und dein Ohr gilt. Mehr dazu liest du im Artikel Kann man mit Paukenröhrchen schwimmen?

Schwimmerohr und Surferohr: Was ist der Unterschied?

Schwimmerohr (Otitis externa) ist eine Entzündung des äußeren Gehörgangs. Das Surferohr (Exostosen des Gehörgangs) ist etwas anderes: Bei dauerhafter Kälte- und Windbelastung kann der Knochen im Gehörgang wachsen und ihn mit den Jahren verengen. Beide Themen haben gemeinsam, dass Wasser und Kälte vom Ohr ferngehalten werden sollten, die Ursachen sind aber verschieden.

Wann solltest du zum Arzt?

Typische erste Anzeichen sind Jucken, ein Druck- oder Völlegefühl im Ohr und eine leichte Rötung am Gehörgangseingang. Nimmt der Schmerz zu, kommt Ausfluss dazu oder lässt das Hören nach, geh bitte zeitnah zum HNO-Arzt. Das Ohr ist empfindlich, und eine Entzündung gehört in ärztliche Hände.

Bei Kindern gelten besondere Hinweise, du findest sie im Artikel Schwimmerohr bei Kindern. Allgemeine Informationen zur Otitis externa bietet auch gesundheitsinformation.de. Ist das Ohr bereits entzündet, gehört es in ärztliche Hände.

Wie hängen die Gewohnheiten zusammen?

Jede Gewohnheit setzt an einer anderen Stelle an: Vor dem Schwimmen hilft ein gut sitzender Stöpsel, Wasser aus dem Gehörgang fernzuhalten. Währenddessen sorgt der geprüfte Sitz dafür, dass das so bleibt. Danach entfernt schonendes Trocknen das Restwasser. Keine dieser Gewohnheiten ist allein ein Garant, zusammen machen sie das Ohr aber weniger angreifbar. Und weil die meisten Probleme in kleinen Routinen liegen, lohnt es sich, sie nicht erst nach dem ersten Juckreiz einzuführen.

Wenn du tiefer in das Thema einsteigen willst, findest du auf unserer Themenseite Ohrstöpsel für Wasser alle Ratgeber von Bahnen schwimmen bis Freiwasser. Und wenn du dich fragst, ob Ohrstöpsel zum Schutz sinnvoll sind, liest du den Artikel Sind Ohrstöpsel gut bei Schwimmerohr?.

Schwimmerohr lässt sich nicht garantiert ausschließen, aber mit festen Gewohnheiten halten viele Schwimmer ihre Ohren deutlich trockener und besser geschützt.